Der Zoo-Podcast aus dem Münchner Tierpark Hellabrunn
00:00:02: Mia Santir, der Soapodcast aus Hellerbrunn.
00:00:12: Seine Nase erinnert ein bisschen an einen Mini-Elefantenrüssel oder zumindest an einen Armeisenbär bei seiner Körperform.
00:00:20: Denk mal ihr an ein großes Schwein würde ich sagen aber näher verwandt ist er mit Pferden und Na's Hörnern!
00:00:27: Ihr merkt schon, heute geht es um ein mega cooles Tier das man gerne als Kind im Mahlblock erfinden würde.
00:00:33: Wenns dieses Tier nicht schon seit einer Ewigkeit in echt geben würde.
00:00:37: Ja ich rede von einem Tapir und einen Tapir den gibt´s jetzt seit kurzem hier auch im Tierpark Hellerbrunn zu sehen Und ich sehe ihn grad auch denn ich stehe direkt vor seiner Anlage gegenüber von den Tigern.
00:00:52: Ich bin Michel Trauz und ich freue mich, dass ihr wieder dabei seid bei einer neuen Folge Mirsand Tier.
00:00:58: Und heute dreht sich eben alles um Tabiere!
00:01:01: Warum hat sich Hellerbrunnen für diese ungewöhnliche Tierart entschieden?
00:01:07: Was macht die Tierart aus?
00:01:08: Und wir hören später natürlich auch noch von Tierpfleger Sascha ganz genau, wie der Hellerbrunner Tapir so drauf ist.
00:01:16: Jetzt ist aber erstmal Kuratorin Lena Bockreis als Gesprächspartnerin an meiner Seite!
00:01:21: Lena, warum freust du dich das in Heller Brunn jetzt endlich ein Tapir zu sehen?
00:01:26: Ja, Matteo
00:01:39: ist gekommen aus dem Zoo Cottbus.
00:01:42: Genau richtig!
00:01:43: Bevor Matteo nach Hellerbrunn gekommen ist gab es in Europa sogar nur diese eine Haltung im Cottbus.
00:01:50: Und ich war vor zwei Jahren auf der europäischen Zukuratoren-Tagung und hab da gehört von dem Tech, also Tech heißt übergeordnet bei der EASA.
00:02:01: Dass die Tiergruppen zusammengefasst sind.
00:02:03: und beim Tech für die Schweine und Tapiere haben sie eben vorgestellt dass die EASAR gerne den Mittelamerikanischen Tapier wieder nach Europa holen möchte um hier ein Zuchtbuch eine Reservepopulation aufzubauen.
00:02:17: Okay, und da war dann die Überlegung.
00:02:19: Hey ist das auch was für uns?
00:02:21: Passt es gut hier rein?
00:02:22: Ja genau!
00:02:23: Und das ist mir einfach nicht mehr aus dem Kopf gegangen weil ich die Bilder gesehen habe von diesem süßen Tier.
00:02:28: Manchmal ist der auch das, auch wenn's nicht sehr wissenschaftlich ist ein Argument.
00:02:33: Wir hatten ja unsere Nashornanlage leer stehen, weil unsere Panzer-Nahshorndame Rapti in sehr hohem Alter verstorben ist.
00:02:42: Dann war eben die Überlegenung okay, was machen wir mit dieser Anlage?
00:02:45: Und das ist ja auch so, dass das NASA House nach unserem Masterplan Südamerika und Mittelamerika repräsentieren soll.
00:02:53: Dann kam ich auf den Gedanken, dass diese mittelamerikanische Tab hier doch hervorragend hierher passen würde!
00:02:59: Tapir ein Säugetier, aber trotzdem ich muss jetzt auch überlegen ob ich wirklich vor zehn fünfzehn Jahren wäre.
00:03:06: Ich mir gar nicht sicher gewesen ob ich einen tapir gekannt hätte.
00:03:09: also es ist jetzt schon Nicht das bekannteste tier aber wenn man sieht ja wirklich ein großes säuge Tier was auch faszinierend aussieht.
00:03:16: Also auf jeden fall super zu zeigen und auch zum erzählen.
00:03:20: Der
00:03:20: Tapir ist tatsächlich auch das größte landlebende Säugetier in Mittelamerika, und es zeigt schon so ein bisschen die Problematik.
00:03:28: Wir haben hier im Nashornhaus verhältnismäßig zu den Außenanlagen nicht so große Innenanlagen.
00:03:33: Das heißt ich habe irgendwie einen Tier gebraucht wo die Innenanlage groß genug für sind was man aber trotzdem auf der Außen Anlage noch sieht.
00:03:42: Ja und aber man sieht also von der Größe dass wir das mal festhalten?
00:03:45: Also geht mir ich würde sagen bis zur Brust
00:03:48: Ja, doch schon.
00:03:49: Er ist nicht klein und vor allem Matteo ist ja erst eineinhalb Jahre alt und er wird noch ein Stückchen größer.
00:03:55: Auf jeden Fall was man sehen kann!
00:03:58: Man muss immer ein bisschen wimmelbildmäßig suchen.
00:04:00: Ich habe auch schon als ich in den vergangenen Tagen da war hier im Tierpark Hellerbrunnen.
00:04:04: Zwischen den Bäumen liegt er auf braun auf brauen.
00:04:07: Da muss man ein bisschen gut hinschauen.
00:04:08: aber eben wenn er wie jetzt zum Beispiel gerade seine Runde dreht und ein bisschen durch die Anlage läuft, man sieht ihn natürlich super.
00:04:17: Ja, es ist natürlich auch dem geschuldet.
00:04:18: Er lebt ja in Mittelamerika zum Beispiel in Costa Rica im Regenwald und ist jetzt sage ich mal eher ein verstecktes Tier.
00:04:25: also er ist dort im Regendwald im Dschungel unterwegs.
00:04:29: Demzufolge hat er jetzt nicht irgendwie eine quietschige Farbe sondern ist natürlich den Regenwaltfarben angepasst.
00:04:36: Also diesen Matschboden in dem man sich gerne sucht und drin liegt aber mit Glück so wie wir es gerade haben.
00:04:44: Dort zählt er über die Anlage und sucht, glaube ich auch nach Futter.
00:04:47: von dem her sieht man ihn schon ganz gut!
00:04:51: Und hat so einen weißen Hals vor allem, der ist ja auffällig und ist ein großer Schmatzer.
00:04:56: Hab ich schon gemerkt?
00:04:57: Also auch wenn er einige Meter entfernt war von uns, hat gerade schon Folien am Heu gefuttert bevor wir mit der Aufnahme losgelegt haben und da war das Schmatzen gut zu hören.
00:05:06: Ich hab schon überlegt ob ich das Mikrofon zücken soll aber es war glaube ich dann doch zu leise.
00:05:09: Aber also für die Ohren hier was zu hören.
00:05:12: Ja, das macht er ganz gerne.
00:05:14: Wenn er sich seine Blätter schmecken lässt laute Schmatzgeräusche kommen.
00:05:18: Gerade im Nassunhaus kann man das auch ganz gut beobachten, da ist man ein bisschen näher dran.
00:05:23: Und jetzt ist natürlich auch super spannend vorne diese Nase, dieser Rüssel.
00:05:28: Es sieht natürlich mega aus!
00:05:29: Wenn er futtert dann hat man immer der Eindruck die geht so gleich hin und her und es ist immer ein bisschen in Bewegung dieses Schnüffeln, sieht man?
00:05:36: Ja also der Tapir ist definitiv ein Tier was mit dem Geruchssinn viel arbeitet.
00:05:41: Die Ohren sind ja auch nicht zu übersehen.
00:05:44: das heißt hören tut er auch ganz gut.
00:05:46: Da hat man auch ein bisschen dieses Pferdemäßige sieht man da auch ein bißchen
00:05:49: Genau.
00:05:50: nur sehen ist nicht so seine Stärke nicht dafür gemacht, dass sie weit und gut sehen.
00:05:54: Aber das braucht man natürlich auch nicht wenn man im Regenwald erlebt und sowieso das nächste Plattform von den Augen hängt.
00:06:01: Also von dem her nutzt er wirklich diese zwei Sinne die Ohren und die Nase noch am meisten.
00:06:05: Und die nutzt der aber nicht nur zum Riechen sondern durchaus eben auch zum Blätter.
00:06:09: von Ästen runterziehen konnte man vorhin auch ganz gut beobachten wie er da an dem Ast gemümmelt hat.
00:06:14: also die Nases ist letztendlich wirklich verbunden zwischen Oberlippe und Nase.
00:06:19: Er kann damit durchaus riechen auch sie einsetzen, um wirklich jetzt wie mit der Oberlippe irgendwie was abzuziehen.
00:06:26: Ja ja da kommt dieses greifende irgendwie was man denkt weil man sieht?
00:06:29: Ja genau richtig!
00:06:31: Jetzt ist der Tapir...ja habe ich gelesen seit Millionen von Jahren fast unverändert.
00:06:37: Also wirklich ein Tier, was schon als die Mammuts ausgestorben waren so ähnlich unterwegs war wie es heute aussieht.
00:06:44: Ja genau also es gibt ja von den Tapien das ist ja eine eigene Gruppe in der Tierwelt.
00:06:49: Gibt das vier verschiedene Arten.
00:06:51: unter anderem gibt's auch noch den Berg-Tapier oder Wolltap hier auch genannt.
00:06:55: Der hat so ganz richtig wolliges Fell schaut wirklich aus wie so'n Mammut aus dem Regenwald.
00:07:02: Euer Tapir ist.
00:07:03: aber was für ein Tapir?
00:07:04: Unser Tapir, er ist ein mittelamerikanischer Tapir und den Berg-Tapir gibt es auch gar nicht ins Hose gehalten.
00:07:11: Und jetzt hast du ja auch gesagt hey wir wollen auch in Europa eine Reservepopulation aufbauen das heißt die Tierart ist auf jeden Fall bedroht.
00:07:18: dann wenn das nötig ist.
00:07:21: Und jetzt kommen sozusagen gleich zwei Fragen.
00:07:22: Einmal bedrohte Tierart, kannst du da vielleicht was zu sagen?
00:07:25: Und die zweite, wenn man Züchten will braucht man aber mehr als ein Tier!
00:07:28: Soweit habe ich das gelernt hier.
00:07:30: Ja genau also er ist wirklich in seinem natürlichen Lebensraum gefährdet.
00:07:34: Das war eben mit einem Grund, weshalb wir gesagt haben dass wir weil wir wollen uns ja auf gefährdete Tierarten auch konzentrieren und deswegen auch ganz gut zu uns passt und eben auch der Grund, warum die Ase einen Zuchtbuch ins Leben rufen wollte.
00:07:48: Jetzt hatte ich ja schon gesagt, dass es aber halt bisher sie nur ein Cottbus gab oder auch immer noch gibt, aber jetzt eben auch bei uns.
00:07:55: Und demzufolge brauchen wir natürlich noch weitere Tiere, die jetzt auch nicht direkt mit ihm verwandt sind weil in Cottbus lebt seine Schwester und seine Mutter.
00:08:02: also das heißt ist wäre jetzt nicht so... günstig mit denen zu züchten.
00:08:06: Deswegen bemühen wir uns darum, dass wir aus Amerika ein Tier importieren.
00:08:10: also es gibt in amerikanischen Zoos einige Haltungen von mittelamerikanischen Tapien da sind wir eben gerade mit ihnen im Kontakt das wir einen Weibchen importieren können.
00:08:18: okay dann sieht man jetzt mal wieder wie knifflig so was ist sowas aufzubauen weil man eben Tiere braucht, die nicht verwandt sind.
00:08:26: Da erfordert es dann doch auch viel Geschickverhandlungen und auch dass das irgendwie passt.
00:08:34: Die müssen auch gerade sagen okay das können wir gut abgeben.
00:08:37: Das ist mit den Zuchtbuchkoordinatoren haben wir auf gelernt.
00:08:39: also Keine leichte Sache, wie ist da jetzt der Stand?
00:08:42: Sollt es jetzt bald passieren oder ist das jetzt einfach langfristig eher der Plan und dauert noch ein bisschen.
00:08:47: Nee auf jeden Fall sind wir da dran!
00:08:50: Wir hatten theoretisch sogar auch schon einen Tier in Amerika reserviert.
00:08:53: Da kam uns dann leider nur dazwischen dass Matteo ein Männchen ist und kein Weibchen geworden ist.
00:08:59: Amerikanisches Männchen wäre möglich gewesen, aber Weibchen ist gleich noch mal schwieriger.
00:09:03: Genau richtig!
00:09:03: Also das hatten wir quasi reserviert weil es erst hieß dass wir aus Cottbus einen Weibchengriegen kriegen.
00:09:09: Aber genau jetzt ist Mathieu eben ein Männchin.
00:09:11: Das heißt wir mussten leider des Männchens aus Amerika wieder absagen Weil mit zwei Männchnen kommen wir nicht soweit Genau und jetzt sind wir wirklich aktiv dran Dass wir einen Weubchen für ihn suchen.
00:09:20: Letzte Woche auf der EASA-Tagung habe ich mich auch Mit dem EEP-Koordinator Es gibt tatsächlich schon ein EEP Koordinator auch wenn es bisher was nicht sehr vielen Tieren besteht.
00:09:31: Der kommt jetzt auch ein paar Wochen zu uns nach Heller-Brunnen, zu Besuch und guckt sich unsere Anlage an und das Tier an und dann werden wir weiter darüber reden welche Zoos in Amerika wir als Kontakt aufnehmen um einen Weibchen zu kriegen.
00:09:44: Und auch wieder so ein bisschen vom natürlichen Lebensraum ausgehend wie ist es denn?
00:09:49: lebend hab hier hauptsächlich allein und trifft sich dann vielleicht zur Paarung mal?
00:09:53: oder leben die wirklich zu zweit oder eigentlich noch größeren Gruppen?
00:09:56: Das spielt bei euch ja auch In der Haltung immer eine große Rolle.
00:10:00: Ja, also es sind eigentlich Einzelgänger.
00:10:02: im natürlichen Lebensraum sind eigentlich immer die Männchen alleine unterwegs und die Weibchen mit ihrem Jungtier.
00:10:08: Das war auch mit der Grund.
00:10:10: Wir haben hier eine sehr große Außenanlage, da hat vorhin das Nashorn draufgelebt.
00:10:15: Von dem her haben wir gesagt okay, wir machen aus dieser Anlage zwei Anlagen dann sind es immer noch zwei sehr große Anlagen für einen Tabier so dass wir auf jeden Fall die Möglichkeit haben Männchen und Weibchen zu separieren.
00:10:27: Es gibt aber auch Erfahrungen, dass das Männche eine ganze weile mit dem Weibchens zusammenleben kann.
00:10:32: man muss halt nur wenn ein Jungtier da ist das Mänchen schon abtrennen weil das wäre einfach zu gefährlich Das Jungtier irgendwie nicht akzeptiert.
00:10:40: Kommen wir genau zur Anlage auch zu sprechen, das ist ja auch wichtig.
00:10:43: also das war schon klar eine Bedingung dass man das schon vorab gedacht hat.
00:10:46: hey falls die eben doch klar ich bin Einzelgänger übrigens dass man es dann umsetzen kann hier.
00:10:53: ansonsten ist hier außen rum auch noch Wasser?
00:10:56: Ist das jetzt zur Trennung?
00:10:57: oder ich glaube die gehen auch wirklich ins wasser.
00:11:00: Ja, die gehen sehr gerne ins Wasser.
00:11:02: Wir haben auch hier praktischerweise eben so Flachwasserbereiche was sie auch im natürlichen Lebensraum ganz gern machen das sie in so Wasserschlammfützen liegen von dem er hat es mit den Wasserkraben auch super gepasst dass er dann die Möglichkeit hat reinzugehen.
00:11:16: wir haben natürlich auch drinnen ein Wasserbecken.
00:11:20: bei beiden Anlagen also auch im Innenbereich haben wir den Raum einmal geteilt.
00:11:25: ja ist auch ganz wichtig weil nämlich Etapiere ins Wasser Kod absetzen
00:11:30: Ah, also Klo-Gang ist sozusagen nicht auf Gras oder irgendwas sondern ab ins Wasser.
00:11:35: Genau richtig von dem her.
00:11:36: es ist auch wichtig dass sie regelmäßig Zugang zum Wasser haben und somit haben wir das eben innen und außen bei beiden Anlagen.
00:11:43: Okay ja da siehst du schon wieder was gelernt?
00:11:45: Und sonst noch irgendwas was du sagst was die Besucherinnen und Besucher mitnehmen sollen von dieser besonderen Tierart.
00:11:52: Was ist dir da wichtig?
00:11:54: Naja, also wichtig ist mir auf jeden Fall dass einfach die Leute überhaupt wissen was ein Tapis.
00:11:59: und von den Tapien gibt es eben verschiedene Arten.
00:12:02: Wir hatten ja einen heller Boden auch lange Zeit.
00:12:04: die Schaprackentarpiere Die schauen bisschen anders aus, sie kommen aus Asien und sind so schwarz-weiß aber genau unser mittelamerikanischer Tapier ist nur in den Ohren spitzen weiß und am heiß der Rest des braun.
00:12:17: Und es ist natürlich eben einfach wichtig, dass wir unsere Besucher für gefährdete Tierarten sensibilisieren.
00:12:23: Für auch den Lebensraum.
00:12:25: Der Lebensraum beim Tapir ist ein sehr großer Biodiversitäts-Hotspots wo es ganz viele andere Tierarten gibt und deswegen ist natürlich wichtig das dieser Lebensraum nicht nur für den Tapir aber auch für denen ganz besonders geschützt wird.
00:12:39: Und jetzt schauen wir gerade nochmal.
00:12:41: Wir stehen hier jetzt ja vor der Anlage direkt und da ist er jetzt rechts wieder an sein, ich glaube man kann schon sagen das ist der bisherige Lieblingsplatz bei diesen zwei noch eingezäunten kleineren Bäumen.
00:12:54: Da dazwischen an der Steinmauer, da hat er sich hingelegt und da liegt er glaube ich auch schon häufiger.
00:13:01: Und ansonsten noch was Auffälliges beider Anlage, was ihr bedacht habt für die Tapiris-Gipten Unterstand, also dass er sich auch wenn es irgendwie regnet oder so.
00:13:11: Wenn er das nicht mal gerade zurückziehen kann sonst noch was auffällig ist?
00:13:15: Ja Regen ist gar nicht mal so das Ding.
00:13:16: ich glaube Regen würde ihm gar nicht so viel ausmachen.
00:13:18: aber er braucht natürlich auch Schatten weil er lebt eben im Regenwald und da hat dann natürlich immer ein Blätterdach über dem Kopf.
00:13:24: Und das war auch so das Hauptkriterium, was wir in dieser Anlage unbedingt verändern mussten.
00:13:29: Damit es überhaupt möglich war ein Tab hier draufzustellen dass unsere Gärtner einmal über die Anlage drüber sind und ordentlich bepflanzt haben.
00:13:37: Die Bäume müssen noch ein bisschen wachsen.
00:13:39: Wir hoffen auch, dass es nächstes Jahr im Frühjahr sie dann ordentlich sprießen und einen schönen Schattendach bilden.
00:13:46: Deswegen sind die auch sozusagen so ein bisschen umzäunt?
00:13:48: Genau richtig!
00:13:49: Damit die auch gut wachsen können, sind die eingezäunt weil der Tabi ist ein Pflanzenfresser besonders ein Blattfresser.
00:13:55: also Blätter liebt er ohne Ende.
00:13:57: wenn wir frische Äste reintun mit frischen Blättern sind die innerhalb von wenigen Minuten weg und demzufolge gehen wir fester davon aus das er sich auf die frischen blätter von den Bäumen geholt.
00:14:07: Deswegen sind die gerade geschützt, sozusagen zu seinem eigenen Wohlergehen damit er nichts Schatten hat.
00:14:13: Sonst würde sich den Schatten frühzeitig wegfuttern.
00:14:17: Ansonsten die Eingewöhnung hat ihr jetzt aber gut geklappt oder?
00:14:20: Also was steht mit dem Tapir für euch so in der täglichen Arbeit an?
00:14:25: Das Einleben hier haben wir eben auch ein bisschen erleichtert.
00:14:27: Da ist die ersten drei Tage eine Tierpflegerin aus Cottbus mit gereist und unsere Tierpflege waren auch vorher in Cottbus, uns haben sich das dort alles mal angeguckt Und er macht auch schon ganz fleißig beim Training mit.
00:14:38: da bin ich ganz ganz stolz drauf.
00:14:40: so wurde auf Matteo als auch meine Kollegen aus dem Team Zebra.
00:14:43: Okay ja das heißt was wird trainiert?
00:14:47: Natürlich wird auch bei Matteo irgendwann mal, also wir hoffen es natürlich nicht.
00:14:51: Aber jedes Tier hat vielleicht mal irgendwas wo der Tierarzt an ihn ran muss und vielleicht mal Blut nehmen muss oder irgendwie einen Ultraschall machen muss oder irgendwas Und das trainieren wir jetzt ganz fleißig.
00:15:02: Also zum Beispiel ist er schon auf die Waage gegangen.
00:15:04: Das ist natürlich immer ganz wichtig gerade wenn man ein Tier neu bekommt dass man kontrollieren kann Dass das jetzt nicht plötzlich irgendwie an Gewicht verliert weil wir nicht eins zu eins das gleiche Futter haben.
00:15:15: Also man hat immer so das vor Augen, die viele Zoos halten.
00:15:19: Die Flachland-Tarpiere, die kommen in Südamerika vor.
00:15:23: Die sind deutlich kleiner, also nicht deutlich aber schon ein Stückchen und sie sind auch sanftmütiger sage ich mal als jetzt der mittelamerikanische Tarpier.
00:15:32: Da hatten uns die Tierpfleger schon auch vorgewarnt.
00:15:36: Der kann von einer einen auf die andere Sekunde mal kurz schlechte Laune ausreißen oder irgendwas kriegen und dann ist er nicht mehr so nett.
00:15:42: demzufolge muss man da schon aufpassen und kann jetzt nicht wie bei den Flachland-Tapien da die ganze Zeit reingehen, kuscheln und knuddeln.
00:15:50: Was halt bei denen auch besonders ist bei den flachlern Tapien dass sie in der Kose gekraut werden können.
00:15:56: also die haben so einen Reflex das wenn die gekrault werden dann legen die sich hin und liegen auf der seite und solange du graus kannst du eigentlich alles machen also auch blut abnehmen etc.
00:16:06: Das ist bei dem mittelamerikanischen tapien bisher noch nicht so gemacht worden.
00:16:10: deswegen trainieren wir das mit ihnen.
00:16:12: Gleichzeitig wissen wir natürlich auch nicht, weil es gibt ja eben nicht so viele Haltungen, wo wir nachfragen können wie das so läuft.
00:16:18: Also das ist auch ein bisschen, sag ich mal Experiment und Forschung, wie man damit umgeht.
00:16:24: Bei dieser geringen Fallzahl kann es auch sein, okay das hat vielleicht bei diesem einen Tier geklappt.
00:16:29: Aber bei der Tierart generell ist es doch gar nicht so und beim nächsten Tier anders.
00:16:33: Also mit diesen kleinen Fallzahlen wirklich für euch eine Aufgabe?
00:16:37: Ja, das ist total spannend!
00:16:38: Und ich hoffe auch dass wenn wir jetzt mit anderen Zoos noch in Amerika Kontakt aufnehmen um nach einem Weibchen zu fragen, dass wir da einfach von der Haltung was abfragen können.
00:16:55: Der Zoo Podcast aus Hellerbrunn.
00:16:59: Diese Folge wird präsentiert von der Stadtsparkasse München, offizieller Partner des Münchner Tierparks Heller Brunnen.
00:17:09: Mir sind hier der Zoo-Podcast aus Hella Brunn und wir sind jetzt von hinten bei der Tapieranlage rein natürlich immer noch hier geschützt weg vom Tapir, aber eben ein bisschen näher dran.
00:17:23: Und neben mir ist jetzt Tierpfleger Sascha Tütsch Teamleiter bei den Zebras und eben auch für den Tapir mit zuständig!
00:17:31: Du warst glaube ich auch in Cottbus also hast ihn von den ersten Momenten an wo es Richtung Hellerbrunnen geht erlebt.
00:17:37: Genau, also der Patrick und ich sind vor einem Monat nach Cottbus gefahren.
00:17:41: Wir haben ihn von klein auf gesehen mit seiner Mutter.
00:17:47: Und das Kistendraining verfolgt und haben ihn dann natürlich gut nach München
00:17:51: gebracht.".
00:17:52: Wie nah kommt man denn so einen Tarpier?
00:17:55: Hast du den schon mal anfassen können?
00:17:57: Weil mich würde total interessieren!
00:17:58: Ist er eher weich?
00:17:59: ist er eher solidrik?
00:18:01: keine Ahnung.
00:18:02: Also Anlagen, klar können wir den also von Anfang an.
00:18:05: Wir mussten halt nur einen geschützten Kontakt haben.
00:18:07: Wir wiegen ihn ja auch schon regelmäßig was er super mitmacht und da kann man natürlich anlangen und es langt sich so an.
00:18:13: Also Tabiere die haben ganz kurze Haare und eine ledrige Haut aber diese sind immer so grenzfettig.
00:18:18: Also wir hatten damals die Schabrakentapil die waren noch ein bisschen extremer fettig.
00:18:22: Aber jetzt ist natürlich die Frage das weiß ich natürlich auch nicht Ist das jetzt weil der noch jung ist?
00:18:27: oder die erst im Alter dann so richtig kommt, aber die sind dann so fettig.
00:18:30: Also kann man seine Hand, wenn man sie richtig streichelt hat es richtige Fettschicht.
00:18:34: Echt?
00:18:34: Das ist ja krass!
00:18:35: Ich hätte jetzt am ehesten gedacht vielleicht doch Richtung Pferd oder sowas.
00:18:39: Nein eigentlich nicht.
00:18:40: Die Haare sind halt ziemlich kurz und Tabi sind da auch oft nass.
00:18:43: Dann hast du diese so eine nasse Fettsschicht wie ich gerade gesagt
00:18:47: habe.
00:18:48: Und was waren jetzt so deine ersten Eindrücke?
00:18:50: Was hast Du gelernt über Matteo über die Tapiaart auch in den ersten Tagen.
00:18:57: Die Schabrakentape waren zum Beispiel sehr tagaktiv, auch viel unterwegs und die mittleramerikanischen Nacht- und Dämmungsaktive.
00:19:04: ist es zum Beispiel so dass wenn man hier herkommt ihn oft schlafen sieht?
00:19:07: ja weil wir natürlich jetzt wissen dass er abends und nachts viel mehr unterwegs ist.
00:19:10: also das ist ein Unterschied wo wir jetzt auch erst mal lernen mussten.
00:19:13: also er hat schon seine Schlafphase nach dem morgens wieder geduscht Dann kriegt er sein Frühstück und dann geht er meistens raus.
00:19:19: Er wird geduscht!
00:19:21: Wir machen morgens natürlich mit warmem Wasser, duschen wir ihn ab.
00:19:24: also das liebt er, das brauchen die auch für die Haut.
00:19:26: ja weil sie leben natürlich im Dschungel und alles und da ist immer feucht.
00:19:30: also müssen wir das natürlich ein bisschen auch die Haut auffeuchten
00:19:33: Das sozusagen was man sich macht als Anpassung?
00:19:35: Weil wir eben nicht diese Luftfeuchtigkeit haben.
00:19:37: Genau das machen wir so.
00:19:39: Und draußen, klar geht er draußen baden aber manchmal gar nicht so viel oder rücken muss ja alles nass sein.
00:19:44: Habt mir liebendes auch mit dem Wasserstrahl kleine Massage und dann geht er meistens raus und dann schlägt der erst mal bis Mittag.
00:19:51: also das ist zum Beispiel das was wir früher bei.
00:19:53: die anderen die waren dann aktiv und er hat dann erstmal die Hauptschlafphase.
00:19:57: okay also vielleicht für die Besucherinnen und Besucher eher Richtung Abend dann wird es wahrscheinlich wieder mehr bei Dämmerung.
00:20:03: Es wird jetzt auch Winter gute Sache bisschen früher dunkel
00:20:06: Genau.
00:20:07: Das ist auch das nächste, wo wir gespannt sind.
00:20:10: Wir haben andere Verhältnisse wie in Cottbus oder mit Kollegen Gredet.
00:20:14: Die haben ganz selten mal Schnee.
00:20:15: Wenn wir Schnee haben, ist für ihn etwas Neues und verhält er sich da vom Wetter her.
00:20:21: Von der Zeitverschiebung war es meistens so um fünf, wo er aktiv wird.
00:20:25: Dann geht er rein und frisst und dann ist er unterwegs.
00:20:28: Ob das nur im Licht hängt, das werden wir sehen.
00:20:31: Was war bisher dein Lieblingserlebnis?
00:20:35: Das absolute Highlight bis jetzt war, wo wir ihn das erste Mal so hinlegen konnten.
00:20:41: Also mit dem Graulen an die Oberschenkel.
00:20:44: Dann graubt man die und dann hat er sich relativ schnell hingelegt auf die Seite.
00:20:48: Und es war schon ein Erfolg, weil da schon Vertrauen da ist.
00:20:50: Dann ist er natürlich für den Angreifer nicht mehr so viel Schutz hat er dann oder kann abhauen.
00:20:55: Und das ist schon eine gewisse Vertrauenssache und das fand ich schon ganz toll!
00:20:58: Wie wäre das denn, wenn wir jetzt im natürlichen Lebensraum auf so ein Tapir treffen?
00:21:02: Ist ja auch wirklich geht an uns bis zur Brust.
00:21:05: Also ja durchaus ein großes Säuget hier.
00:21:07: auch wird es dann einfach uns anschauen und man würde beide nicken oder weniger oder wird es doch abhauen weil's eben sehr scheu ist oder wird sich eben auch zu Verteidigung bereit machen oder sogar auf Angriff.
00:21:18: also wie ist denn Tapir da so drauf?
00:21:20: Also Tappel generell sind schon mit Vorsicht zu genießen.
00:21:23: Deswegen darf man auch nicht mit Vollkontakt, weil die haben schon ganz schöne Zähne und wenn der Angreifer kommt also sie sind schon Fluchttiere auch und würden sich natürlich ins Dickgicht verziehen.
00:21:32: aber wenn einer dich attackiert oder wenn er nicht gut gelaunt ist dann sollte man das Weite suchen sagen wir mal so
00:21:37: Und vom Futter, ich habe gesehen der schnappt immer gern die Blätter.
00:21:41: Deswegen habt ihr auch die Bäume eingezaubt und dann hat er auch ein bisschen Stroh- und Heu, glaube ich.
00:21:45: zum Futtern.
00:21:46: was ist sonst noch so etwas besonderes Leckerli wenn ihr eben zb für das Tiertraining irgendwas...
00:21:52: Unser Hauptfutter müssen natürlich Laub und Äste sein also das müssen wir immer da haben.
00:21:56: Dann kriegt er Gemüse im Sommer natürlich des Gras.
00:21:59: und zum Trainieren ja da haben jetzt so extra Tapir Pellets wo wir schauen dass man mit dem Lotzen oder Karottenstücke weil mal ganz gut mit ihm trainieren was mir nicht so viel, dann gibt es auch mal Erdnüsse.
00:22:09: Da denke ich ja auch immer dran jetzt bei den Blättern und so dass das hier alles was ihr hier passt für ihn weil aus dem Dschungel gibt's ja irgendwie andere Pflanzen oft.
00:22:20: Okay, also man muss natürlich das schon hauptsächlich um die Rohfaser.
00:22:23: Das muss natürlich ein bisschen anpassen.
00:22:25: Ja dafür haben wir natürlich Gras und wir probieren schon auch viel Rinde und alles den zu geben.
00:22:30: Also es ist halt einfach dass auch für Magen hat.
00:22:32: Wir können es natürlich nicht wie die Pflanzenarten, die es da gibt hier haben.
00:22:36: aber das ist glaube ich generell für die Tiere einfach auch normal und er ist auch im Zoo geboren.
00:22:39: als er kennt er das gar nicht.
00:22:41: Und jetzt als Schluss noch vielleicht einen Tipp für Besucherinnen und Besucher Wenn man ein bisschen Zeit hat und ihn wirklich dann entdeckt hat, auf was würdest du sagen hey achtet mal besonders da drauf?
00:22:52: Also generell finde ich es ganz interessant auch wie sie ihren Rüssel oder ihre Nase einsetzen.
00:22:56: Auch zu suchen wie sie Futter damit aufnehmen.
00:22:59: das ist ja auch so ein Werkzeug für die.
00:23:01: also die beißen nicht rein sondern er arbeitet ja auch gerade so Pellets.
00:23:04: wenn man füttert dann schiebt ihr die mit der Nase oder im Rüssel zu sich sehr.
00:23:07: das ist zum Beispiel ganz interessant Ja, und einfach auch mal so das Verhalten.
00:23:11: Also zum Beispiel auch so ein Tappi uriniert halt viel und markiert viel also die Pinkeln wirklich alles voll.
00:23:18: Das ist halt das andere.
00:23:19: Solche Sachen mal was jetzt nicht so andere Tiere dauernd machten ist zb denen ganz gut zu sehen vor allem wenn er mal älter wird.
00:23:25: Und hat jetzt aber keine schwache Blase sondern ist Reviermarkierung?
00:23:29: Genau!
00:23:29: Er fängt schon an.
00:23:30: Man merkt dass er Kerle ist.
00:23:32: Aber es ist einfach markieren und machen Tappien halt permanent.
00:23:35: Also das ist richtig viel.
00:23:37: Dann also alles Gute euch und schön, dass jetzt ein Tapio in Hellerbrunn ist.
00:23:41: Ja
00:23:41: freut uns auch und bis bald!
00:23:43: Das war es dann mit mir Santir für diesmal und ich habe natürlich heute noch einen Hörtipp für euch, einen Folgen-Tipp falls ihr noch mehr mir Santier hören wollt.
00:23:54: Und zwar heute empfehle ich euch Folge hundertneunundfünfzig.
00:23:57: da ging's um lebende Fossilien.
00:24:00: Ja lebende fossilien also Tiere dies schon Unglaublich lang auf dieser Erde recht unverändert gibt und erzählen ja auch die Tapire dazu, aber in der Folge damals haben wir über Flamingos, Lungenfische, Heie, Krokodile gesprochen.
00:24:16: extrem verblüffend und spannend.
00:24:19: Also gerne reinhören die Folge über die lebenden Fossilien, die man hier sehen kann!
00:24:31: Bis bald im Tierpark Hellerbrunn.