Der Zoo-Podcast aus dem Münchner Tierpark Hellabrunn
00:00:02: Mehr Sanctir, der Zoo-Podcast
00:00:07: aus Hellerbrunn.
00:00:10: Hand aufs Herz!
00:00:12: Welcher Typ wart ihr denn in diesem Sommer?
00:00:16: Wart ihr der Typ Rollern runter und nur nach Mitternachtstoß lüften oder ... habt ihr vielleicht sogar noch eine Klimaanlage ergattert?
00:00:24: oder wart ihr der Typ mit Handventilator sogar in die U-Wahn steigen?
00:00:29: Oder es könnte natürlich sein, da schämt man sich inzwischen ein bisschen dafür dass man diesen super hitze Sommer auch einfach genossen hat weil's so lange so schön warm war.
00:00:40: Ja hallo bei mir Sandir ich bin Tina Gentner und ich gebe zu Ich habe also diesen Sommer zum allerersten Mal die Fenster meiner Wohnung tagsüber zugemacht, damit es nicht so heiß wird.
00:00:50: Viel wurde geredet was macht die Hitze mit Menschen in diesem Sommer?
00:00:55: Ja hier bei mir Santil geht's natürlich darum wie ist das eigentlich bei den Tieren?
00:00:59: Würzt denen auch mal zu warm oder haben die Tricks wo wir uns vielleicht sogar noch etwas abschauen könnten?
00:01:05: Wir laufen heute kreuz und quer durch den Tierpark Hellerbrunn und packen uns noch ein paar Hitze-Experten raus.
00:01:13: Und wer mich führt heute ist Kuratorin Lena Bockreis, guten Morgen Lena!
00:01:17: Guten Morgen Tina!
00:01:18: Und vielleicht steigen wir gleich ein?
00:01:20: Wir sprechen so ein bisschen leise denn wir sind schon bei den ersten Tieren und nicht nur dass das glaube ich Hitze Profi sind die sind auch Niegel, Nagel neu hier in Hellerbrunn und ich glaube heute zum ersten Mal auf der Außenanlage.
00:01:37: Ja, richtig.
00:01:38: Das ist eine neue Tierart und zwar die zweitkleinste Antilopenart der Welt in die Kirg-Dick-Dicks.
00:01:44: Die sind letzte Woche bei uns eingezogen, sind dann aber erst mal in der Innenanlage geblieben um sich da dran zu gewöhnen.
00:01:51: Und jetzt dürfen sie es erstmal auf die Außenanlage.
00:01:53: So groß wie so ein kleiner Hund vielleicht oder?
00:01:58: Große braune Rehaugen.
00:02:00: Der Kopf erinnert mich eh ein bisschen an fast an so'n Reh.
00:02:03: Aber ne etwas längere Nase...
00:02:06: Genau, so würde ich es auch sagen.
00:02:08: Vielleicht wie eine große Hauskatze oder kleinerer Hund.
00:02:12: Aber eben Antilopen, die ja aber auch ein ganz leckeres Snack für viele Raubtiere sind?
00:02:20: Ich war mal in Afrika und da ist ein Diktik bei der Löwenjagd den Löwen zum Opfer gefallen.
00:02:26: Ja natürlich!
00:02:27: Die haben auf jeden Fall viele Pressfeinde und mussten sich dementsprechend gut verstecken können und davon springen können.
00:02:34: Also natürlicher Lebensraum, die Savanne.
00:02:37: Ich glaube in Ost- und Westafrika gibt es die Diktics.
00:02:40: Wo sind denn eure jetzt hergekommen?
00:02:42: Die Dikticks leben auch im natürlichen Lebensraum als Pärchen.
00:02:46: Es ist ein Monogrammleben.
00:02:49: Unsere beiden sind einmal aus dem Zoo Oberlohn in den Niederlanden gekommen.
00:02:53: Das war das Männchen.
00:02:55: Und das Weibchen ist aus dem Zu Osnabrück also aus dem Norden Deutschlands gekommen
00:02:59: Und die beiden werden immer mutiger, sie kommen immer näher an uns ran und es erlaubt uns Sie auch ein bisschen genauer beobachten und studieren zu können.
00:03:09: Und sie haben so eine ganz lange Schnauze oder Nase fast so ne Art Rüssel der vorne auch so n bisschen immer so auf und ab geht?
00:03:17: Ja, genau.
00:03:18: Das ist sozusagen ihr Merkmal das eben dieses kleine Rüsselchen haben wobei es jetzt kein richtiger Rüssel wie beim Elefanten ist sondern eher eine verlängerte Nase die sie aber auch sehr gut bewegen können wie man gerade gesehen hat.
00:03:31: damit riechen Sie natürlich auch.
00:03:33: Aber es hat auch noch eine andere Besonderheit, diese Nase.
00:03:36: Und zwar ist die ganz praktisch wenn's eben draußen heiß ist weil durch das Aufnehmen von der Luft durch die lange Nase kondensiert an die Atemluft und wird feucht.
00:03:47: Diese Feuchtigkeit speichern sie in der Nase und wenn jetzt dann wieder Luft aufgenommen wird, dann wird die gleich angefeuchtet.
00:03:54: Dadurch haben die sozusagen eine eingebaute Feuchtigkeitsanlage.
00:04:00: Also das heißt die Tricks der Dick-Dicks bei Hitze, weil heute wir wollen uns ja vielleicht ein paar Tricks abschauen.
00:04:07: Im Schatten bleiben dann okay diese besondere Nase.
00:04:10: gibt es noch irgendwas?
00:04:12: Ja, also es gibt da in der Biologie zwei Regeln.
00:04:15: Jetzt werde ich mal ganz biologieunterrichtsmäßig oder vielmehr sogar biologiestudiummäßig.
00:04:20: Es gibt die Bergmannsregel und die Allensregel.
00:04:23: Die Bergmann-Regel besagt dass Tiere in Regionen wo's kalt ist größer sind als in Regionen wo es warm ist.
00:04:30: Also die braunen Bären zum Beispiel sind kleiner als die Eisbären weil die Eisbeeren in kälteren Regionen vorkommen.
00:04:37: jetzt als die brauen Beeren Könnte man natürlich hier bei diesen kleinen Antilopen auch sagen, die sind deutlich kleiner jetzt.
00:04:43: Es gibt aber natürlich in Afrika auch große Antilopen.
00:04:46: also von dem her muss man da so ein bisschen aufpassen, aber es hilft sicherlich weil einfach wenn die Tiere klein und schlank und zierlig sind dann hat man nicht ganz so viel Volumen und durch das geringere Volumen hat man einfach weniger Wärmespeicherungen.
00:05:01: Und da kommen wir eben zu zweiten Regel.
00:05:04: Das ist die Allensche-Regel Nämlich, dass die Körperanhänge von Tieren in warmen Regionen größer sind als in Regionen wo es kalt ist.
00:05:14: Körperanhängen meinst du zu was wie Ohrenbeine?
00:05:20: Genau weil er halt einfach durch größere Körperan hänge wie jetzt zum Beispiel die Ohren kann mehr Wärme abgegeben werden.
00:05:27: Wir sehen jetzt hier bei den Dick-Dicks zum Beispiel, die haben ja nicht nur diese großen Augen sondern sie haben auch diese großen Ohren im Verhältnis zu ihrem restlichen Körper.
00:05:36: Also ich merke mir eigentlich wäre es von Vorteil in so einem Hitze.
00:05:39: Sommermann wäre klein dünn mit großen Segelohren?
00:05:42: Genau
00:05:42: richtig!
00:05:45: Jetzt gibt's ja immer einen Grund, warum Tiere bei euch sind.
00:05:49: Wie kam es dazu, dass die Dikticks nach Hellerwohnen gekommen sind?
00:05:52: Eigentlich ist das die Geozone Afrika laut Masterplan.
00:05:56: Wir haben gegenüber auch die Streichelanlage mit den westafrikanischen Zwergziegen und dann dachte ich mir eigentlich müsste hier was Afrikanisches eben her.
00:06:05: Dann hab' ich mir überlegt, was wir aus der Größe der Anlage so machen können.
00:06:09: Die isst er jetzt nicht riesig!
00:06:11: Da ich mir hier muss irgendwas Kleineres rein... Und so kamen wir dann auf die Dick-Dicks.
00:06:17: Dazu kommt auch noch, dass es für die Kirk-Dick-Dix ein EEP gibt also eine europäische Erhaltungsdurchprogramm und das ist uns ja immer wichtig, dass wir eben gerade mit neuen Tierarten, die wir zu uns holen, auch einen EEP unterstützen.
00:06:30: Die sind zwar aktuell in natürlichem Lebensraum nicht gefährdet aber man muss halt dazu sagen dass sie eben sehr im Dickicht leben und sehr im Verborgenen.
00:06:40: Das heißt, man kann gar nicht genau sagen wie die aktuellen Bestände sind.
00:06:44: Die letzte Zahl ist auch von zwanzig sechzehn.
00:06:46: also das heißt es ist schon wieder zehn Jahre her.
00:06:49: Es gibt also auch Erhaltungszugprogramm für Tiere, die zumindest nicht wissentlich bedroht sind?
00:06:55: Genau manchmal gibt das das auch weil man eben sagt okay wo die Bestände nicht so ganz eindeutig sind ob sie nicht wenig sind oder wenn man auch weiß Dann sagt man durchaus auch mal, dass man ein EEP macht.
00:07:10: Auch wenn die Tierart nicht gefährdet ist?
00:07:12: Jetzt haben Sie ja einen sehr besonderen Namen.
00:07:16: Dick-Dick.
00:07:16: Weißt du wo der herkommt oder was das bedeuten hat?
00:07:19: Ja also angeblich machen sie so ein Geräusch besonders bei Gefahr so eine Art Dick-dick.
00:07:26: Ich habe es noch nicht gehört bisher aber ich bin gespannt.
00:07:30: Ja dann würde ich sagen auf zum nächsten Hitze.
00:07:33: Profi in welche Richtung geht's?
00:07:35: zu einem großen Tier, was sehr häufig sehr heiße aber auch sehr kalte Temperaturen ertragen muss.
00:08:02: Hier ist Mia Santir.
00:08:05: Ich habe schon gesagt, heute geht es kreuz und quer durch den Tierpark.
00:08:09: Wir sind auf der Suche nach Tieren die vielleicht ein Tick besser mit Hitze zurechtkommen als wir Menschen.
00:08:16: Bisher waren wir so geografisch in Afrika, in der Savanne ... Jetzt sind wir woanders gelandet, also im Tierpark natürlich nur ein paar Meter.
00:08:25: Im natürlichen Lebensraum sind wir ganz woanders.
00:08:28: Tiere die ja ich würde sagen wenig Unterschlupf finden können.
00:08:34: da gibt es nicht mehr viele Büsche.
00:08:35: Wo sind Berliner?
00:08:36: Ja in der asiatischen Steppe beziehungsweise auch der Asiatischen Wüste gibts relativ wenig Bäume.
00:08:42: die Schattenspenden.
00:08:44: Wir sind nämlich jetzt bei den Trampeltieren.
00:08:47: Genau, richtig.
00:08:48: Bei den Trampeltieren oder allgemein bei den Kamelen denkt man ja immer, Boah die kommen super gut mit Dürre und wenig Wasser aus weil sie haben ja immer ihre Wasserspeicher dabei
00:08:59: Die Höcker hinten drauf.
00:09:01: Als Kind habe ich auch immer gedacht Da ist einfach Wasser drin.
00:09:05: Ja, das denkt man immer so aber es ist gar kein Wasser.
00:09:07: Tatsächlich sind diese Höcker mit Fett gefüllt und das ist auch also so dass wenn die irgendwo hinkommen in irgendeine Oase zum Beispiel wo es ganz viel zu fressen gibt dann können Kamele auch relativ gut relativ viele Nahrung und Flüssigkeit auf einmal aufnehmen und eben das Fett wird dann in den Höckern gespeichert.
00:09:26: Das heißt aber jetzt!
00:09:28: Also da ist Fett drin kühlt die Tiere jetzt, aber nicht.
00:09:32: Es ist einfach ein weiterer Energie.
00:09:34: Giespeicher, weil Leben in der Hitze auch so anstrengend ist oder wie muss ich es mir vorstellen?
00:09:39: Genau.
00:09:39: Es ist ein Energiespeicher damit die eben dieses Fett umbauen können.
00:09:43: aber es ist natürlich so dass sie trotzdem eben diese Höcker geformt haben um das Fett jetzt nicht am ganzen Körper zu tragen weil Fett ja auch isoliert und wärmt.
00:09:54: deswegen sind natürlich praktischer wenn sich dieses fett bisschen ausgelagert vom Rest vom Körperspeicher und das haben wir eben ganz praktisch umgesetzt.
00:10:02: Ich habe irgendwo gelesen, pro Höcker können das bis zu fünfzehn Kilo oder so was Fett sein.
00:10:08: Das ist ja irre!
00:10:10: Ja genau.
00:10:11: Haben die denn noch andere Tricks, die ihnen in der Hitze helfen?
00:10:15: Ja also etwas ganz Banales.
00:10:16: und das Fell... Es ist bei den Trampeltieren so, dass sie zwar mit Dürre klarkommen müssen.
00:10:22: Aber gleichzeitig hat es in manchen Monaten nachts wahnsinnige kalte Temperaturen.
00:10:28: Man sieht das auch, wenn zum Beispiel Anfang des Sommers unsere Trampeltiere mal zerrupft aus, weil die einen starken Wechsel zwischen Sommer und Winterfell haben.
00:10:38: Und jetzt werden sie wieder langsam ein bisschen flaumig, blüchiger ... Jetzt bilden Sie gerade schon ihr Fell für den Winter auf!
00:10:47: Jetzt habe ich es ja schon ein paar Mal gesagt, wir sind gerade so im Ausklingen dieses Sommeres.
00:10:52: Der Herr also hier in München wirklich sehr warm war.
00:10:55: Es gab ja Wochen wo man wirklich fast jeden Tag über dreißig Grad hatte.
00:10:59: Bei uns Menschen wird jetzt diskutiert müssen wir irgendwie anders?
00:11:03: brauchen wir in der Stadt mehr Schattenplätze, brauchen wir mehr Korridore für Wind.
00:11:10: Sind es eigentlich Gedanken die ihr euch im Tierpark auch macht?
00:11:13: Weil ich meine hier wird's ja auch wärmer und nicht jedes Tier ist jetzt vielleicht so gut gewappnet mit der Hitze zurechtzukommen wie die Trampeltiere.
00:11:20: Wir haben natürlich in Heller-Brunnen den großen Vorteil, dass wir wahnsinnig viel Wassergräben haben.
00:11:25: Was natürlich prinzipiell auch schon mal kühlend ist und dadurch die Tiere immer was zum Trinken haben.
00:11:32: aber wir haben uns trotzdem auch schon Gedanken gemacht auf welchen Anlagen man mehr Unterstände braucht bzw.
00:11:38: ich bin auch immer ein großer Fan von natürlichen Unterständen nämlich Bäumen.
00:11:42: Wir haben zum Beispiel dieses Jahr auch auf der Elchanlage sehr viele Bäume gepflanzt und falls sich jemand gewundert und gefragt hat, warum die so komisch eingekastelt sind also mit Holzverschlägen.
00:11:53: Das ist eben zum Schutz dass sie erst mal scheit wachsen können weil die Elche da sehr starkes Interesse daran hätten gleich die Rinde anzunagen dass die wirklich in Ruhe wachsen können, große Bäume werden können und dann den Elchen wieder genug Schatten geben können.
00:12:07: Das haben wir diesen Sommer gemacht.
00:12:09: Also das sind auch sozusagen die Möglichkeiten, die ihr habt.
00:12:13: Bäume, Unterstand, Schattenwasser oder gibt es sonst noch was?
00:12:17: Wo sagt man, da haben wir noch ein bisschen Möglichkeiten zu gucken, dass es den Tieren in wirklich warmen Sommern gut geht.
00:12:24: Was wir natürlich schon immer gucken, gerade bei kleineren Tieren, die jetzt in irgendwelchen Anlagen wie Terrath oder so gehalten werden muss man natürlich auch mal gucken, dass es in den Terrarien nicht zu heiß wird und das letztendlich halt auch die Räume nicht zu heißt werden.
00:12:38: Und da sind wir durchgegangen und haben geschaut okay in welchen Räumen wird's zu heiß wenns eben nachts nicht mehr abkühlt?
00:12:45: Wo müssen wir zum Beispiel mit der ein oder anderen Klimaanlage dann doch nachrüsten?
00:12:49: Also das heißt auch als Tierpark musste mein bisschen auf Klimaanlagenjagd gehen.
00:12:53: Ja schon also Reptilien
00:12:55: z.B.,
00:12:56: die sind ja wechselwarm Das heißt sie gehen mit der Hitze sozusagen so um, dass ihr Körper immer die Temperatur hat.
00:13:02: Die auch die Außentemperatur hat was natürlich dazu führt das sie in den Morgenstunden sich erst mal an die Sonne legen und dann warm werden um überhaupt sich gut bewegen zu können den ganzen Stoffwechsel anzuregen und so.
00:13:15: aber selbst denen kann es irgendwann zu heiß werden sonst hört bei denen auch irgendwann das System aufzufunktionieren.
00:13:21: da muss man natürlich darauf aufpassen dass sowas nicht passiert.
00:13:24: Und ich glaube wir haben noch eine dritte und letzte Station.
00:13:28: Ja, genau.
00:13:29: Aber eine Sache ist mir noch eingefallen, da sollten wir noch dringend darüber reden.
00:13:32: Weil nämlich viele Tiere unter anderem die Trampeltiere aber auch die Dick-Dicks was ganz Besonderes können sozusagen und zwar können sie ihren Urin und auch ihren Coat so stark konzentrieren bei heißen Temperaturen.
00:13:47: also die Tierpfleger kamen vor ein paar Wochen wirklich aus der Mesoanlage zum Beispiel raus und meinten das ist total trocken!
00:13:53: Das ist total abgefahren, der Coat zerbröselt dass Tiere das als Anpassung haben, wenn sie wenig Nahrung zur Verfügung haben.
00:14:03: Die Nahrungen bleiben dann einfach länger im Darm und dadurch wird ... immer mehr Flüssigkeit sozusagen noch aus der Nahrung rausgequetscht und dem Körper wieder zugeführt.
00:14:14: Und dadurch sind dann eben die Kattelierenden rauskommen, unglaublich trocken.
00:14:18: Also die extrem gut mit Nahrungs- und Wasserhaushalten unter wirklich den letzten Tropfen noch raus quetschen um ihn für sich zu gebrauchen und überhaupt nichts verschwinden?
00:14:28: Genau richtig ja!
00:14:30: Gibt es das denn eigentlich auch bei Tieren?
00:14:31: also denen kann ja auch zu heiß werden.
00:14:34: wir kriegen dann einen Sonnenstich ein Hitzschlag irgendwie sowas Guckt man da im Tierpark auch drauf und sagt, der hängt heute so in der Ecke?
00:14:43: Den nimmt die Hitze zu sehr mit.
00:14:45: Da muss man grad bei Tieren aufpassen, die nicht schwitzen können.
00:14:48: Kann es dann schon irgendwann mal zu heiß werden.
00:14:50: Schweine zum Beispiel sind da Kandidaten, wo man aufpassen muss... dass die sich anders irgendwie abkühlen können.
00:14:56: Zum Beispiel, dass sie sich in eine Matsch-Sule reinlegen und durch den Matsch gekühlt werden.
00:15:01: Da geben wir schon darauf acht, dass da sich keiner überhitzt und hächelnd in der Ecke liegt.
00:15:09: Gibt es eigentlich irgendwelche Tiere, die man im Sommer mit Sonnencreme einkremen muss?
00:15:13: Im Tierpark?
00:15:15: Die machen das selber.
00:15:16: Ich würde sagen, wir gucken einfach zu denen hin!
00:15:18: Okay gut!
00:15:25: Der Zoo-Podcast aus Hellerbrunn.
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00:15:35: oder iTunes,
00:15:36: oder auf der Website des Münchner Tierparks hellerbrunn.de.
00:15:42: Mir Santia, machen wir doch ein kleines Rätsel!
00:15:45: Wo sind wir jetzt?
00:15:47: Man hört das Wasser rauschen ja man hört ab und zu so einen Rumpeln ihr wisst oder wir sind im Elefantenhaus Und da ist, bevor die Besucher kommen.
00:15:58: wir sind heute mal morgens unterwegs.
00:15:59: Ganz schön was los!
00:16:01: Ja genau also alle unsere Elefanten kriegen morgens in der Früh die Körperpflege.
00:16:06: Das heißt es wird auch mit ihnen dabei trainiert.
00:16:09: das Medical Training wird gemacht und jeder Elefant wird einmal von oben aus unten
00:16:13: abgespritzt.
00:16:15: Das dient zum einen der Körperpflege, zum anderen aber natürlich auch so ein bisschen der Abkühlung.
00:16:19: Also so wie wenn wir morgens mit einer kühlen Dusche starten kriegen das eure Elefanten auch?
00:16:25: Wie ist es denn sonst bei den Elefantinnen ja auch Tiere die im natürlichen Lebensraum Hitze gewohnt sind?
00:16:32: Ja genau, die sind auch Hitze gewohnt.
00:16:35: allerdings muss man bei Elefanten dazu sagen.
00:16:37: Die haben weniger, sag ich mal diesen körperlichen Anpassungen an die Hitze als vielmehr die Verhaltensanpassung an die Hetze.
00:16:44: also die machen zum Beispiel wo ich vorhin schon ein bisschen angeteasert habe dass sie sich regelmäßig baden und dann hinterher auch mit Sand und mit Schlammen bewerfen als eine Art Sonnencreme damit sie eben zum einen die Haut geschützt ist zum anderen aber auch weil dieser Schlamm natürlich kühlt.
00:17:00: Und ich würde fast sagen, da die Elefanten jetzt gerade das Haus verlassen und raus in die Sonne gehen vielleicht fürs erste Schlammbad.
00:17:08: Vielleicht huschen wir gleich mal noch hinterher?
00:17:10: Ja,
00:17:10: lass uns machen!
00:17:25: So, ich habe ja gesagt Kreuz- und Quer geht es heute durch den Tierpark.
00:17:29: Jetzt sind wir an der Außenanlage bei den Elefanten.
00:17:35: Zwei sind auch schon mit rausgekommen und sind, glaube ich, ein bisschen dabei.
00:17:41: Sich einzukremen sozusagen?
00:17:44: Genau!
00:17:44: Also man sieht jetzt hier gerade, wie die Rani sich den Sand auf den nassen Körper draufschmeißt.
00:17:49: Dieser Rani hat auch schon ein bisschen was obendrauf, dass die Haut geschützt ist, nicht nur vor Sonne sondern auch vor irgendwelchen Insekten und eben aber auch zur Kühlung.
00:17:59: Und du hast schon gesagt also... Der elefanten Körper an sich eigentlich nicht... prädestiniert für die Hitze, sag ich jetzt mal.
00:18:07: Aber du hast gesagt vom Verhalten her haben Sie Möglichkeiten mit Hitze und vielleicht sogar Dürre umzugehen?
00:18:13: Ja genau also Elefanten erkönnen tatsächlich Wasser riechen und das über mehrere Kilometer beziehungsweise sogar unter der Erde
00:18:22: durch den Rüssel dann oder...
00:18:24: ja genau!
00:18:24: Die riechten das über den Russellen und wenn sie dann zum einen wandern sie dadurch auch zu Wasserstellen hin und deswegen ist auch immer eine Leitkuh auch die erfahrenste ist und weiß, wo über die Jahre Wasserstellen waren.
00:18:40: Die führt dann ihre Herde zu diesen Wasserstellen hin damit sie trinken können.
00:18:47: Dann den besten Wasser riecher und sich dadurch vielleicht auf die Chefposition ergattert?
00:18:51: Genau
00:18:52: richtig!
00:18:52: Und wenn Sie da angekommen sind und jetzt kein große Wasserfläche ist, dann riechen die eben durch die Erde ... sich Wasser unter der Erde befinden könnte und fangen dann an, diese Löcher zu kraben mit den Füßen aber auch mit dem Rüstel.
00:19:08: Ja unten weiteres Merkmal werden ja vorher schon kurz bei den Dick-Dicks die zwar ganz anders aussehen als die Elefanten ja doch eine Ähnlichkeit haben...die Ohren!
00:19:18: Ja, die Ohren sind tatsächlich eine körperliche Anpassung bei den Elefanten.
00:19:23: Bei den afrikanischen Elefanten, die wir nicht hier in Hellerbrunn haben... Wir haben asiatische Elefante sogar noch deutlicher zu erkennen.
00:19:30: Weil es den afrikanischen Elefanzen ist, sind ja die Ohnen nochmal größer!
00:19:35: Und die dienen natürlich auch dazu, dass sich die Elefanten kühlen können.
00:19:40: Weil sie mit den Ohren sich so kühle Luft zu fächern können.
00:19:43: und es ist eben auch so, dass Sie in den Ohr ein sehr starkes Blutgefäß geflecht haben und auch relativ dünne Haut für den Elefanten.
00:19:53: Dadurch ist das eben die Stelle wo Sie gut, wenn Sie mit den ohren wackeln, die kühler Luft in die Adern aufnehmen können und so den Körper küheln können.
00:20:02: Jetzt habe ich diesen Sommer gelesen, da gab es dann aber auch bei den Elefanten bei euch Eisbomben.
00:20:09: Das dient zum einen natürlich dazu sich abzukühlen, zum anderen aber ist das eine ganz tolle Beschäftigung für die Tiere wenn sie aus diesen Eisbomben das Futter raus...
00:20:20: Also ist jetzt keine Eiscreme, sondern eben das normale Futter-Obstgemüse.
00:20:24: Was dann sozusagen in gefrorenem Wasser versteckt ist und man sich da erst mal durcharbeiten muss?
00:20:28: Genau richtig oder was Tieren natürlich auch?
00:20:31: total viel Beschäftigung gibt es wenn das Futter im Wasser bottig schwimmt und sie müssen sich's rausholen.
00:20:37: Kann
00:20:37: man ja vom Kindergeburt sagen wir mussten da glaube ich immer so Äpfel versuchen raus zu hangeln, raus zu angeln.
00:20:43: Das ist vielleicht ähnlich.
00:20:45: Gibt es denn sonst bei euch im Sommer bei Tieren Änderungen im Speiseplan, wenn's sehr warm ist?
00:20:51: Von uns Menschen weiß man auch, wir essen gerne ein bisschen leichter frische Sachen.
00:20:55: Also Wassermelone esse ich nie im Winter!
00:20:58: Sondern das ist natürlich super toll im Sommer, wenns eh heiß isst.
00:21:01: Gibt´ts hier auch?
00:21:02: Wir haben natürlich schon saisonal bedingt einfach unterschiedliche Puttermittel im Sommer wie im Winter weil wir natürlich immer uns Mühe geben, saisonale und regional einzukaufen.
00:21:13: Aber der Tiger zum Beispiel kriegt natürlich trotzdem sein Fleisch und steigt jetzt nicht plötzlich auf Salat um.
00:21:19: Jetzt haben wir heute so viel über die Hitze-Profis gesprochen, ich will trotzdem nochmal auf vielleicht die Tiere zurückkommen... die vielleicht doch eher ein bisschen auch leiden bei so einem heißen Sommer.
00:21:29: Die Schnee-Eule, wo man vielleicht schon auch geguckt hat im Sommer dass man der irgendwie mal ein bisschen Eis oder Schnee oder irgendwas anbringt.
00:21:36: also ihr habt schon auch so ein paar wo ihr ein bisschen genauer hingucken müsst und schauen das denen die heißen Temperaturen nichts machen?
00:21:42: Ja es sind natürlich vor allem in unserer Polarwelt zu finden.
00:21:46: Die Eisbären kriegen Eisbomben bzw.
00:21:49: haben auch immer ganz viel Wasser, wo sie sich abkühlen können zur Verfügung.
00:21:53: Unsere Pinguine sind ja sowieso in einer kalten Anlage.
00:21:57: also von dem her bei denen wird es gar nicht warm die kriegen das gar nicht so mit welcher Temperatur ist draußen hat.
00:22:02: am meisten sind da wirklich die Schneeäulen wo wir halt gucken müssen dass sie genug Schatten haben dass sie genügend kühl haben.
00:22:09: Wir schauen natürlich schon auch wenn wir jetzt die anlagen planen dass wir eine schneehäulenanlage an den Standort im Tierpark packen, wo die meiste Sonne hinscheint.
00:22:19: Es ist schon so dass es in der Polarwelt der kühlste Bereich des Tierparks ist und da fließt ja auch der Auer-Mühlbach entlang.
00:22:28: dem zufolge haben wir dadurch eine Kühlung und wir haben dort viele Bäume.
00:22:32: Wir haben jetzt nicht so die pralle Sonneneinstrahlung wie zum Beispiel hier auf der Elefantenanlage.
00:22:38: So, ich wollte mir viele Tricks mitnehmen.
00:22:41: Lena was fassen wir zusammen?
00:22:42: Was können wir denn von den Tieren uns abgucken?
00:22:45: Ja also in den Schatten legen wenn es heiß ist und nicht irgendwie mittags um zwölf in der Sonne joggen gehen.
00:22:51: Sonnencreme auch ganz wichtig benutzen aber ich würde hier zu Sonnencream raten und nicht zum Sandbad.
00:22:57: Ach so eine Eisbombe ist natürlich auch für uns Menschen ganz gut!
00:23:01: Das sind die Punkte, die wir uns abgucken können.
00:23:04: Die anderen Dinge sind faszinierende Anpassungen, die leider nicht nachmachen können.
00:23:10: Vielen Dank für diesen Kreuz und Querrundgang durch Heller Brunnen von einem Hitze-Profi zum Nächsten!
00:23:16: Jetzt kommt der Herbst, aber der nächste Sommer kommt bestimmt.
00:23:21: Falls ihr jetzt sagt, nach so viel Hitze ist mir eh noch kühl und kalt ... Wir haben natürlich auch schon mal im Podcast drüber gesprochen.
00:23:29: Was sind denn die Profis in der Kälte?
00:23:33: Und da müsst ihr jetzt ganz schön weit zurückscrollen, in unserem riesigen Podcast-Archiv Folge Nummer vier!
00:23:40: Ja, da haben wir uns umgehört.
00:23:42: was machen Tiere denn bei Kälten und wie können sie sich da besonders gut wappnen hier in Tierpark Kellerbrunnen?
00:23:48: und wer braucht vielleicht da ein bisschen mehr Unterstützung von den Tierpflegerinnen?
00:23:53: Ich wünsche euch viel Spaß beim Entdecken, ich bin Tina Gentner und bis bald im Tierpark
00:24:05: Hellerbrunn.