Der Zoo-Podcast aus dem Münchner Tierpark Hellabrunn
00:00:02: Mir Santir, der Soapodcast aus Hellerbrunn.
00:00:13: Hallo aus der Großvoliere im Tierpark Heller Brunnen und wie schön, dass ihr dabei seid bei einer neuen Folge mir Santir.
00:00:22: Diesmal wieder mit mir, Misha Drautz!
00:00:24: Und heute geht's um das Zootier des Jahres, es ist der Kronenkranich.
00:00:32: über den werden wir alle zusammen mehr erfahren in dieser Folge und über andere Kraniche hier in Hellerbrunn.
00:00:39: Im zweiten Teil der Folge kleiner Tieser schon, da hören wir was alles getan wird um Kronenkraniche in ihrem natürlichen Lebensraum in Ostafrika zu schützen.
00:00:51: Da werden wir mit jemandem sprechen, der unzählige Male in Afrika vor Ort war und erzählen kann wie das dort genau abläuft!
00:01:00: Jetzt bleiben wir aber erst mal im Tierpark Hellerbrunn.
00:01:02: Ich bin, wie schon gesagt in der Großvoliere und neben mir steht Karsten Zehrer zu logischer Leiter hier in Heller Brunn.
00:01:09: Hallo Karsten!
00:01:10: Hallo Misha, grüß dich.
00:01:12: Jetzt wollen wir heute über die Kraniche sprechen.
00:01:15: Über Kronenkraniche sind das Zoo-Tier des Jahres.
00:01:18: Ihr habt keine Kronenkraniche, Wir sehen eine andere Kranichart.
00:01:22: Ja,
00:01:22: wir haben hier in der Großvolliere Jungfangkraniche.
00:01:26: Es gibt an anderer Stelle bei den Morgenzellen auch noch Paradies-Kraniche und wir hatten bis vor wenigen Jahren tatsächlich Kronenkraniche hier in Hellerbrunn.
00:01:35: Jetzt schauen wir gerade bei den Jungfangkanichen ist ein Pärchen sind so grau lila vom Gefieder.
00:01:43: es gibt weltweit insgesamt fünfzehn Arten von Kranichen die sich alle mehr oder weniger Körperbau, Lebensraumverhalten ähneln.
00:01:53: Und der Jungfang Kranig ist mit die kleinste Kranichart.
00:01:57: So klein wirkt er jetzt auf mich gar nicht?
00:01:59: Also so ein bisschen Richtung Flamingo-Größe.
00:02:01: Flamingos haben irgendwie die meisten im Kopf, glaube ich, so in etwa?
00:02:04: Ja ungefähr genau.
00:02:06: sie sind auch mit den langen Beinen und so weiter natürlich auch ein bisschen mit Flamingus vergleichbar obwohl Sie jetzt verwandschaftlich da nicht näher miteinander zu tun haben.
00:02:18: Feder-Zockelöhrchen, es sind bestimmt keine Ohren natürlich.
00:02:22: Aber
00:02:23: so sieht's ein bisschen aus?
00:02:24: Ja, Federbüschel am Kopf wobei es da jetzt auch keine genaue Erklärung gibt warum die vorhanden sind.
00:02:31: Die haben auch beide Geschlechter bekannt.
00:02:33: Sind Jungfangkraniche eigentlich deswegen weil sie in einem Teil ihres Verbreitungsgebietes in Asien auch Zugvögel sind und dann in acht tausend Meter Höhe sogar über die Gipfel des Himalayas ziehen?
00:02:47: Wow, okay.
00:02:49: Ansonsten was wir gerade an Geräuschen hören stammt übrigens nicht von den Kranichen.
00:02:53: nicht dass jemand verwirrt ist sondern wer macht da grade die Geräusche?
00:02:56: Das was wir grad gehört haben waren die Roteilskänse.
00:02:59: Was machen Kraniche für Geräusche?
00:03:01: Das ist dieses typische Trompeten, was für sie so bekannt ist.
00:03:05: Und das machen ja auch unsere Graukraniche, die es hier in Europa gibt... ...die man dann auch wenn Sie am Himmel fliegen während der Zugzeit dieses Trompeten von sich geben.
00:03:15: Dann habe ich noch gehört, die tanzen auch Kranichen?
00:03:18: Ja, sie tanzen tatsächlich!
00:03:19: Das ist ein Ballsritual, das dient halt der Festigung der Paarbindung aber auch der Partnerwahl.
00:03:27: Und das ist in der Tat beim Kronenkranich extrem ausgeprägt, also sehr bekannt vom Flügelschlagen aufrichten.
00:03:35: Der Vögel hoch springen und so weiter, dass es wirklich sehenswert.
00:03:38: Ich habe auch mal gehört die können auch kämpfen.
00:03:40: was heißt denn Kämpfen bei so kranischen?
00:03:43: Sie springen tatsächlich.
00:03:45: wenn sie jetzt irgendwelche Rivalen abwehren Springen sieht die tatsächlich auch an.
00:03:50: Das sind diese diese Kämpfe.
00:03:51: sie nutzen dafür dann ihre Füße und auch die Schneebel.
00:03:55: Auch eine Sache, wo man sehr darauf achten muss.
00:03:57: Wenn wir jetzt hier im Tierpark mal einen Kranich fangen für eine tierärztliche Untersuchung zum Beispiel, muss man schon sehr aufpassen.
00:04:05: Denn der Kranig versucht auch ganz gezielt eben Richtung Gesicht und Richtung Augen dann zu gehen mit den Füßen und dem Schnabel.
00:04:13: Wir haben sie direkt gleich am Eingang auf der rechten Seite gesehen.
00:04:17: Wo würdest du raten?
00:04:18: Wo man sie am häufigsten findet?
00:04:20: in der Großholiere.
00:04:21: Ich würde sagen am häufigsten tatsächlich auf der anderen Seite, am anderen Eingang Richtung Mähnenwölfe.
00:04:27: Weil da auch einer der Futterplätze ist und da trifft man sie eigentlich sehr oft an.
00:04:31: Jetzt haben wir so ein bisschen die Tiere schon kennengelernt.
00:04:33: Jetzt wollen wir auch darüber reden über das Zootier des Jahres, warum wurden jetzt die Kronenkraniche dafür ausgewählt?
00:04:39: Das Zootie des Jahres wurde ja vor knapp zehn Jahren ins Leben gerufen als eine Gemeinschaftsaktion vom Verband der zoologischen Gärten.
00:04:47: Das ist also der Dachverband der wissenschaftlich geführten Zoos im deutschsprachigen Raum.
00:04:53: Der ZGAP – das ist die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz, die Deutsche Tierparkgesellschaft und die Gemeinschaft der Zooförderer, also der Zusammenschluss der Förderkreise- und Fördervereine von Zoos.
00:05:06: Und es ging bei dieser Aktion darum, dass man einfach mal Tierarten oder Tiergruppen in den Fokus bringt, die Probleme haben in der Natur, die bedroht sind, die aber nicht so im Fokus der Öffentlichkeit stehen.
00:05:19: Da ist dieses Jahr eben der Kronenkranich ausgewählt worden um ihn ein bisschen bekannter auch zu machen Probleme darzustellen, die er eben auch in Afrika leider hat.
00:05:31: Also der Kronenkranich ist in Afrikas unterwegs?
00:05:34: Dagegen jetzt unsere Jungfangkraniche hast du gerade gesagt Asien oder?
00:05:37: Asien
00:05:38: Süd-Osteuropa auch das ist so.
00:05:40: das Verbreitungsgebiet von denen.
00:05:42: ja
00:05:42: und was haben wir zu Kranichen?
00:05:44: alle gemeinsam?
00:05:45: also was ist so typisch?
00:05:46: kranig?
00:05:47: mäßig?
00:05:48: Ja der Körperbau ist bei allen sehr ähnlich Nahrung auch, das geht also von kleinen Wirbeltieren.
00:05:54: Auch Fische aber auch vegetarische Nahrungen also Körner und so weiter.
00:06:00: dann sind sie mehr oder weniger an einen feuchten Lebensraum gebunden zumindest in der Brutzeit denn die Nester sind bei allen Arten in Gebieten wo es sehr feucht ist.
00:06:12: da fangen eben genau die Probleme an dass wir an vielen Stellen der Welt durch die Zerstörung dieser Feuchtgebiete einfach auf den Lebensraum der Kraniche zerstören.
00:06:22: Das Wasser wird genutzt, die Flächen werden auch landwirtschaftlich dann natürlich herangezogen.
00:06:27: es ist ja nicht nur ein Problem in Deutschland was jetzt die Moore angeht dass wir dort eben eine große Lebensraumzerstörung vorfinden sondern sie brauchen eben auch gerade in der Brutzzeit diesen Schutz das sie Wasser um sich herum haben, dass das Nest geschützt ist.
00:06:42: Zum Beispiel gegen Füchse oder andere Beutegreifer die dann vielleicht auch die Eier holen würden.
00:06:47: Jetzt hatten wir gerade die Kraniche sind in Asien und Europa, in Afrika der Kronenkranich.
00:06:52: Sind sie überall gefährdet?
00:06:54: Oder gibt es schon besondere Gebiete wo's eben schwierig ist für Sie?
00:06:57: Der Kronekranich Eine Art, oder es sind ja eigentlich zwei Arten.
00:07:01: Es gibt den grauen Kronenkranich der in Ostafrika und im südlichen Afrika lebt und es gibt den schwarzen Kronenkranich, der mehr im westlichen und zentral- afrikanischen Bereich zu Hause ist Und diese beiden Arten sind tatsächlich sehr stark gefährdet.
00:07:18: Es gib aber auch tatsächlich Lichtblicke also man kann es sogar hier vor der eigenen Haustür feststellen.
00:07:23: Der Graukranich, der in Europa im Sommer brütet ist schon eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes, des Artenschutzes denn der hat sich in den letzten Jahrzehnten schon sehr gut auch verbreitet.
00:07:35: gerade in Nordostdeutschland Mecklenburg-Vorpommern gibt es extrem viele Kraniche.
00:07:41: das ist ja immer wieder ne Touristenattraktion Oben an der Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern, dass die Leute während des Kranich Zuges dort hinfahren extra um diese Massen an Kranichen.
00:07:54: Wir kümmern uns jetzt gleich in Teil zweimal um die Schwierigkeiten in Ostafrika.
00:07:59: Vielen Dank dir Karsten!
00:08:00: Sehr gerne bis zum nächsten Mal.
00:08:04: Du suchst eine neue berufliche Herausforderung und du hast Lust auf einen Job im sinnstiftenden Umfeld von Artenschutz Nachhaltigkeit und Umweltbildung?
00:08:16: Hellerbrunn bietet des öfteren spannende Stellen an für ausgebildete Tierpfleger, Naturwissenschaftler, Handwerker, Mitarbeiter in der Verwaltung sowie Minijobs in den Kassen und beim Besucherservice.
00:08:29: Auch deine Berufsausbildung in der Tierpflege oder Gärtnerei kannst du im Tierpark Heller Brun machen!
00:08:35: Schau mal vorbei auf www.hellerbrun.de.
00:08:40: Es könnte sich lohnen.
00:08:48: Jetzt wollen wir mal wieder raus aus dem Tierpark Hellerbrunn in die Weite Welt schauen und wir hören gleich von Artenschutzprojekten für Kronenkraniche in Ostafrika.
00:08:59: Was wird da konkret vor Ort gemacht, auch mit Unterstützung der Zoos?
00:09:04: Ich bin jetzt digital verbunden mit Werner Schröder.
00:09:08: Werner arbeitet bei der NABU International Naturschutz Stiftung und war schon unzählige Male in Afrika vor Ort im Einsatz für Kraniche.
00:09:18: Hallo Werner, schön dass du dir für unseren Miersanthier-Podcast Zeit nimmst!
00:09:42: Ja, das war ja schon als Kind so.
00:09:44: Es gab in Stadtparks und den Zoos immer Kraniche.
00:09:49: Das waren meistens Kronenkraniche Und wenn die dann angefangen haben und haben getanzt und haben gesungen und haben gerufen also das war schon sehr eindrucksvoll und daraus hat sich dann sozusagen diese diese Beziehung zu Kranichen in Afrika entwickelt, aber vor allen Dingen über die Sendung kein Platz für wilde Tiere.
00:10:13: Also Bernhard Jimek und da ging es ja ganz oft um Ostafrika.
00:10:17: Also Afrika und die Tierwelt hat dich fasziniert?
00:10:20: Du warst dann als Naturschützer immer wieder in Afrikas für verschiedenste Projekte!
00:10:25: Wie kam's zu den aktuellen Kranichschutzprojekten, über die wir jetzt sprechen
00:10:29: wollen?!
00:10:30: dann war ich mit dem Kollegen George Moigai, der ist Direktor von Cranes Conservation Volunteers in Kenya unterwegs und ich hatte gefragt ob er denn weiß, welche Anzahl an Kranichen es dort noch gibt und ob die Neste haben.
00:10:49: Ob die Junge aufziehen können und welches die Gefahren sind.
00:10:52: Und dann hat sich zwei Tausend und vierzehn und fünfzehn daraus eben eine systematische Kranigbeobachtung und Kranichschutz in Kenia entwickelt.
00:11:04: Von da aus ist das auch übertragen worden auf die anderen Länder in Tanzania.
00:11:12: Was sind denn die Probleme für die Kraniche in ihrem Lebensraum?
00:11:16: Kranice sind ja im wesentlichen Kulturfolger und sie sind also durchaus in Gebieten, in denen Kleinbauern ihren Mais anbauen.
00:11:26: Also das heißt eine Koexistenz von Menschen und Kranichen hat es immer gegeben und die sind auch geduldet worden.
00:11:34: aber natürlich werden wir immer mehr Menschen Lebensraum, und es wird immer mehr an Landwirtschaft gemacht.
00:11:41: Und die Methoden ändern sich auch.
00:11:44: Insbesondere in Ostafrika, insbesondere in Tanzania ist ein massiver Eintrag an Agrochemikalien was wiederum Einfluss hat auf den Nahrungsquellen der Kraniche.
00:11:56: Die Böden sind leer Es gibt kaum noch Insekten.
00:12:00: allerdings gibt's natürlich auch das Eier absammeln oder es gibt auch das Absammeln von Küken Jungkraniche in Hühnerstelle steckt und die werden mit den Hühnen dann aufgezogen.
00:12:13: Und so ein Kranich hat natürlich mehr Fleisch hinterher als ein Hühnchen, und dann ist er schon ein ordentlicher Braten.
00:12:21: Also häufig ist das auch aus Armut heraus!
00:12:24: Wie sehen jetzt die Projekte aus um Kraniche zu schützen?
00:12:28: Ganz unterschiedlich kann man sagen.
00:12:29: also zum Beispiel in Rwanda war ein Problem dass insbesondere Kraniche in Hotelgärten oder in Gärten reicher Leute als Ornament, als Zeichen von Wohlstand gehalten worden sind und das aber in der Natur immer weniger Kranche gab.
00:12:49: Die Regierung in Rwanda hat es auch mit erkannt und die Rwander Wildlife Conservation Association unser Partner dort hatte dann ein Antrag gestellt, dass hier alle Vögel aus der Gefangenschaft holen wollten.
00:13:03: Die dann in Quarantäne nehmen und die ja so flugfähig waren... ...die sind ausgewildert worden im Akagera-Nationalpark,... ...die anderen, die eine Verletzung hatten und konnten gar nicht mehr fliegen.
00:13:17: Umusambi Village in dem Kranich-Dorf gehalten und hält sie dort heute noch.
00:13:23: Und die können eben züchten, also von da aus findet dann auch eine Besiedlung der Umgebung statt.
00:13:29: Das geht natürlich nur weil die Regierung in Rwanda ausgesprochen streng ist.
00:13:37: Da haben wir einen klassischen Fall wo wirklich eine NGO mit Rückendeckungen einer Regierung unglaublich erfolgreich im Naturschuss ist.
00:13:48: Also Erfolge in Ruanda gibt es da auch Zahlen, also ist das auch in Zahlen messbar?
00:13:53: Zwei tausend und dreizehn gab's noch etwa hundertdreißig Kraniche.
00:13:59: heute reden wie wieder über eintausend dreihundert in der Wildnis und es ist kein Kranich mehr in Rwanda in Gefangenschaft.
00:14:08: Also die sind alle freigelassen worden und die Bevölkerung hat das akzeptiert.
00:14:13: Aber es geht wiederum auch nur, indem man den Menschen hilft.
00:14:17: Dass sie ihre Einkommen erwirtschaften können.
00:14:20: und wenn die in die Feuchtgebiete gegangen sind und haben dort ihre Kühe, ihre Haustiere geweidet dann hat man heute eine Kuhhaltung.
00:14:29: Dann hat man heute Gebiete, auf denen man als Puttergras anbaut und dieses wird dann eben den Kühen in der Stallhaltung gegeben so dass man umgehen kann das man in die Feuchtgebiete geht und dort die Eier oder Hüken eben getötet werden.
00:14:47: Bist du jetzt auch vor ein paar Tagen aus Rwanda gekommen?
00:14:49: Oder warst du woanders?
00:14:51: Ich war jetzt gerade in Burundi und da haben wir ja mithilfe und NABU international unterstützen wir, dass dort Kranichschutzarbeit gemacht wird.
00:15:02: Einmal
00:15:02: kurz weil die Abkürzung vielleicht nicht allen klar ist ZGAP ist die zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz auch ein Projekt und Kooperationspartner vom Tierpark Hellerbrunn übrigens.
00:15:16: Richtig ja!
00:15:17: Und worum geht es in Brunndi?
00:15:20: Ich war vor zehn Jahren dort Und da haben wir das ganze Land abgereist und sind also unheimlich viele Kilometer gewanderte in Feuchtgebieten und habe festgestellt, es gibt noch zwei oder drei Kraniche die eben frei im ganzen Land sind.
00:15:34: Es gab auch mehr Kranche in Gefangenschaft.
00:15:38: Dort hat es wieder einen ganz anderen Aspekt.
00:15:41: Die Menschen haben eine Menge an Krieg und Unrest erfahren dort Immer vor diesen Unruhen in die Wälder, in die Feuchtgebiete geflogen sind hatten dort keine Nahrung und haben dann natürlich gegessen was da war.
00:15:56: Also alle Antilopen oder Vögel oder Ratten ist alles gegessen worden.
00:16:02: Und als wir vor zehn Jahren Dort waren, zum Ende uns des Aufenthaltes begann dann wieder so ein Bürgerkrieg.
00:16:10: Dann hat sich insgesamt ja die westliche Entwicklungshilfe auch abgewandt und wir hatten damals gesagt es hat keinen Sinn dass wir hier weiter arbeiten und haben erst mal gewartet.
00:16:22: Parallel dazu hat sich aber in Ruanda der Population der Grundkraniche ist angewachsen und weil das auch nur ein kleines Land Breiten die sich jetzt aus nach Tanzania, Uganda oder Burundi.
00:16:38: Und wenn die aber in Burundien sind dann endeten sie immer gleich im Topf.
00:16:43: und heute wurde eben dieser Druck eben immer stärker.
00:16:47: und deswegen haben wir gesagt lasst uns noch mal da hingehen und schauen ob wir unseren Kollegen in Burunde helfen können dass dieser Ansatz Kranichschutz ein Bewusstsein aufbauen, alternative Einkommen schaffen und einen Netzwerk an Helfern aufbauten.
00:17:03: Das heute klappt!
00:17:05: Also das sieht man mal wieder.
00:17:06: wenn in einem Land schlimme Zustände herrschen dann gerät der Artenschutz natürlich nochmal schneller unter die Räder als so schon oft.
00:17:13: Ich finde es auch noch interessant mit dem Ländergrenzen überschreiten.
00:17:17: Da hat man ein funktionierendes Kranigprojekt in Ruanda Dann fliegen die Kraniche ins Nachbarland Burundi Und dort ist der Artenschutz dann wieder nicht so etabliert.
00:17:27: Das bedroht gleich die ganze Arbeit überall, aber das macht eben eure Aufgabe über Grenzen hinweg noch wichtiger!
00:17:38: In Burundi besteht eine große Sorge, dass die M-III Rebellen aus Ruanda in Burundii einfallen.
00:17:47: Als wir dort unterwegs waren und sind von einer Dorfgemeinschaft empfangen worden tauchten auf einmal als Polizisten auf und dann auch militär – das war schon sehr eigenartig!
00:17:58: Und dann habe ich das wirklich erst verstanden wenn wir dort einen Freiwilligen Kranichschützer ausbilden wollen oder einsetzen wollen, der also im Grenzbereich und wir reden immer über Grenzbereiche in so einem kleinen Land.
00:18:14: Wenn er so im Grenzwereich arbeiten soll und dort ein Fernglas einsetzt dann ist immer die Gefahr dass das eventuell auch ein Spion ist oder dass es einer der anderen Seite ist.
00:18:25: Also der muss dann erst mal abgesichnet werden Militär abgeklopft und das macht natürlich Kranischschützer hoch kompliziert.
00:18:36: Kranichschützern unter Spionage verdacht also so was habe ich jetzt nicht gerechnet?
00:18:42: Nein, ich auch nicht und ich hatte auch ehrlich gesagt hatte ich da unsere Kollegen in Rwanda im Kopf, wo eben alles gut klappt und die Regierung denen auch noch helft.
00:18:52: Aber aus meiner Erfahrung gehen Kenia oder in Tanzania und jetzt on top in Burundi ist das ganz, ganz anders.
00:19:00: und also es ist eher so dass man es hinkriegen muss, dass die staatlichen Stellen einen auch nicht behindern.
00:19:08: Und dann hat man schon etwas erreicht.
00:19:11: Wenn ich euren Ansatz richtig verstanden habe, ist der entscheidende Punkt für den Kranichschutz sogenannte Kranischschützer vor Ort in Afrika zu gewinnen.
00:19:19: Wie gelingt euch das denn?
00:19:21: Also ich gebe mal das Beispiel in Kenia.
00:19:23: die haben wir auch nach Deutschland eingeladen und hier bei Kranichschutz Deutschland eine Woche oder zwei Wochen an einem Kranicht-Kurs teilgenommen.
00:19:34: Die haben gefangen, die haben beringt und besendert.
00:19:37: Sie haben Auswertung der Daten gelernt usw.
00:19:41: Wenn man unter Kranischschützern ist entweder hat man dann diesen Funken und er springt über und dann ist man also ein Craniac.
00:19:52: Was ich gesehen habe in Kenya ist, es gibt auf dem Land eben eine Menge Leute die also kleinen Bauern sind und die in ihrer Saison arbeiten aber ansonsten wirklich Langeweile haben ohne Ende.
00:20:04: Weil sie nicht die geringsten Mittel haben dass sie irgendeine neue Initiative machen können.
00:20:11: Und eben die leute sind tierlieb und interessiert dann ihre Natur.
00:20:15: und wenn man ihnen eine Chance gibt dass sie da eine Aufgabe übernehmen und das Sie Ihre Vögel schützen können.
00:20:22: Und, dass sie dann ihre Reisekostenersätze bekommen, ihre Unterkunft und ihr Essen – und sie Teil einer Bewegung sind, also Teil einer Gruppe!
00:20:32: Und sie haben eine Uniform...
00:20:34: Das
00:20:34: ist eine Gemeinschaft die sich da auf einmal bildet.
00:20:37: Und das müssen wir überspenden.
00:20:42: sicherstellen, dass diese ehrenamtlichen Kranichschützer ein Minimum an Incentives erhalten – an Unterstützung.
00:20:50: Dann machen die Leute herzlich gerne mit, also die möchten helfen!
00:20:55: Kennen Sie ja auch in der Gegend einfach am besten aus?
00:20:58: Also Einspruch ist ja da den man immer wieder hört.
00:21:02: Die lokale Bevölkerung sind die Augen und Ohren einer Gegend Also die wissen genau, wo wer auftaucht oder wo ein Kranichnest ist.
00:21:12: Oder wo junge hochgekommen sind oder nicht.
00:21:15: also das haben wir alles auf dem Schirm und wenn man die als Mitstreiter im Boot hat dann hat man eine starke Kraft weil es sich natürlich um riesen Gebiete handelt und das kann da so die NGO im Einzelfall dann auch gar nicht abdecken.
00:21:29: Kannst du uns noch mal bisschen auflisten?
00:21:31: Was macht einen Kranischützer konkret?
00:21:35: Es geht im Wesentlichen darum, dass man in die Feuchtgebiete geht und am Rand erst mal guckt natürlich ob da ein Paar ist.
00:21:42: Ob die Balzen... Und wenn sie einen Nest haben das man dann eben den anderen Leuten in der Umgebung sagt bitte geht auch nicht in dieses Gebiet und treibt auch nicht eure Kühe da rein in diesem Bereich sondern erst nach acht Wochen wieder.
00:21:57: Ich sage da aber nicht auch mal den Viehbesitzer Ey!
00:22:00: Ist mir egal ich mache das jetzt trotzdem.
00:22:02: Dann kommt es eben auch darauf an, dass die also ein gewisses Geschick an Überzeugungsfähigkeit haben und so.
00:22:09: Obwohl natürlich zum Beispiel in Kenia gar nicht ja auch gesetzlich geschützt sind.
00:22:14: und wenn's dann eben gar nicht hilft da muss man auch den Kenya Wildlife Service einladen das die dort mal auftauchen und sagen Leute bitte jetzt bleibt hier aus diesem Gebiet raus dann sagen natürlich die Menschen auch, aber ich bin dort sonst immer reingekommen und meine Kühe haben sonst nicht.
00:22:34: Ich muss also immer alternativen
00:22:36: schaffen.".
00:22:37: Und dann geht es auch sehr viel um Climate Smart Agriculture, die eben auch auf Umstände eingeht.
00:22:45: Dass eben Regen in Unmengen fällt oder ausbleibt.
00:22:50: Ich kann also Mulching einführen und ich kann Cover Crops einführen, die den Menschen im Grunde genommen helfen dass sie immer noch eine gute Ernte haben oder sogar eine bessere Ernte und dann helfen Sie auch mit im Kranichschutz.
00:23:05: Zum Abschluss möchte ich jetzt noch von dir wissen, jetzt sind wir ja zu Podcast.
00:23:10: Wie blickst du denn mit deiner Erfahrung auf die Rolle der Zoos bei dieser Mammut-Aufgabe Artenschutz?
00:23:16: Also da braucht man gar nicht mehr nach Afrika gehen oder nach Asien sondern wenn wir heute sehen das im Zoo in Landau Kibitz-Eier ausgebrütet werden und die dann in der Umgebung ausgewildert werden, weil eben der Kibiz bei uns ja auch sehr stark abgenommen hat.
00:23:35: Oder wenn man nach Österreich geht und dort in Innsbruck den so anguckt Die Auswilderung des Waldraps oder wenn man auch natürlich in den Oman geht und sieht, dass die Orix an die Lope ausgewildert worden ist.
00:23:50: Dann ist das schon ein echter Erfolg – und es geht nur weil man eben diese Tiere und deren Genpool in den Soße erhalten hat.
00:23:59: Also da sind natürlich Riesenaktionen, die auch ein Riesengeld kosten, weil eben diese Lebensräume abgesichert werden müssen und wie hinterhergestellt werden müssen.
00:24:08: Und die Sicherheit dieser Tiere dann auch hergestellt werden muss!
00:24:12: Also das sind Riesenaktionen und ich glaube, dass da also die Zoos eine großartige Rolle
00:24:17: spielen.
00:24:18: Die
00:24:18: keine andere Institutionen eigentlich schafft.
00:24:21: Forschung ist aus deiner Sicht glaub auch noch ein wichtiges Anliegen?
00:24:24: Naja, was heute an Forschung in Verhaltensforschung aber auch an Physiologie die eben notwendig ist dass man es als versteht wenn diese Tiere ausgewildert werden.
00:24:36: In den Zoos generiert ist enorm.
00:24:39: also deswegen haben in meinen Augen auf jeden Fall Zoos eine ganz entscheidende Aufgabe im Artenschutz.
00:24:46: Dann vielen Dank dir das du uns in dieser Folge vom Kranichschutz in Ostafrika erzählt hast.
00:24:52: Und schön zu hören, dass Zoos und Leute wie du so sehr Hand in Hand arbeiten.
00:24:57: Ich möchte auch gerade sagen herzlichen Dank an die Aktion Zoo Tier des Jahres, die uns in Ostafrika natürlich wirklich toll helfen und unser Partner in Kenia, Tanzania, in Rwanda und Burundi unterstützen mit Hilfe, die wir also normalerweise in unseren Projekten gar nicht umsetzen können.
00:25:18: Dafür darf ich im Namen unserer Kollegen herzlichen Dank sagen.
00:25:23: Alles Gute für dich und die Kraniche, danke fürs Mitmachen!
00:25:26: Gerne geschehen, halt die Ohren steif.
00:25:29: Das war's mit mir Santir für diesmal.
00:25:32: wer noch mehr spannendes aus der Zoowelt hören will Werner hat ja gerade Beispiele genannt wo Zootiere ausgewildert wurden Und was für bemerkenswerte Aktionen das sind Hört gerne rein in unsere Folge neunzig vom Podcast.
00:25:46: Da müsste also ein bisschen runter scrollen, da hatten wir den Titel Auswilderung eines jungen Alpenstein-Boxes.
00:25:53: Da berichten mir ganz genau wie ein Alpensteinbock aus Hellerbrunn in Tirol ausgewildert wurde.
00:25:59: total spannend!
00:26:01: Ich sag toll dass ihr zugehört habt.
00:26:03: ich bin Michel Drautz und bis bald im Tierpark Heller Brunn.
00:26:10: Der Zoo Podcast aus Hellerbrunn.