Der Zoo-Podcast aus dem Münchner Tierpark Hellabrunn
00:00:02:
00:00:13: Wenn ihr das Wort Fossil hört, an was denkt ihr da?
00:00:18: Wahrscheinlich geht's den meisten wie mir.
00:00:19: Ihr denkt an Dino-Knochen und Überreste, an Jahrtausende alte Abdrücke im Gestein.
00:00:27: Mit Dinos können wir hier bei mir Santir und dem Tierpark heller Bruno leider nicht dienen aber dafür mit lebenden Fossiliens.
00:00:35: Die gibt es nämlich zu sehen... Und um die dreht sich heute alles in unserer neuen Podcast-Folge.
00:00:40: Was ist es genau, wer ist das und was ist das Besondere daran?
00:00:45: Und durch die Folge begleite ich euch mal wieder Misha Drautz!
00:00:47: Und mein Gesprächspartner ist Erik Diener, Kurator im Tierpark Hellerbrunn.
00:00:52: Erik wenn ich jetzt zu dir sagen würde du bist auch so ein lebendes Fossil.
00:00:56: Das wäre irgendwie nicht so nett.
00:00:57: Glaublich hört keiner so gern.
00:00:59: Ja genau da denkt man man ist direkt schon zum Aussterben verdammt.
00:01:03: Aber die lebenden Fossilien, die wir uns heute anschauen werden zeigen uns genau das Gegenteil.
00:01:08: Dass man auch Millionen von Jahren überdauern kann ohne sich zu
00:01:10: ändern.".
00:01:27: Genau.
00:01:27: Also wenn man sich so die Evolution anschaut und sich die echten Fossilien anschaut, Versteinerungen dann schaut man sich ja oft die Dinosaurier an alles was es heute in der Form nicht mehr gibt.
00:01:38: das bedeutet aber meistens wenn es es heute nicht mehr gibts dass ist eben in der evolution nicht so richtig erfolgreich war, dass es irgendwann andere Lebewesen gab die sich dagegen durchsetzen konnten.
00:01:49: Aber so ein paar Lebewesen haben's geschafft seit Jahrmillionen teilweise seit hundert Millionen von Jahren sich nicht zu verändern weil sie einfach von Anfang an schon perfekt angepasst waren
00:02:01: die beständigsten, konservativsten.
00:02:03: Ein Fossil im eigentlichen Wortsinne ist ja eine Versteinerung ein versteinnetes Lebewesen.
00:02:10: wenn wir jetzt von lebenden Fossiliens sprechen es natürlich einen Widerspruch in sich sondern das soll nur so ein bisschen illustrieren dass sich die Tiere lange nicht verändert haben.
00:02:19: also wir finden halt fossilien aus dem erd alter tum.
00:02:24: und wenn wir dann diesen steinabdruck Neben so ein Lebewesen von heute halt, also beispielsweise neben so einen Pfeilschwanzkrebs.
00:02:31: Dann denkt man das ist doch eins zu eins.
00:02:32: Das ist doch das allergleiche.
00:02:35: einfach dieser Eindruck soll es darstellen.
00:02:36: lebende Fossilien
00:02:38: Ja.
00:02:38: ich finde ja wenn ich über die Nachdenk am tollsten dass sie dann wirklich Ich nehme jetzt mal wieder die Dinos als Vergleich.
00:02:45: Also der Tyrannosaurus Rex hat sozusagen den Pfeilschwanzkrebs genauso gesehen wie wir, also weiß ich nicht ob die aufeinander getroffen sind wahrscheinlich nicht so richtig aber trotzdem zu der Zeit wo noch ein T-Rex auf der Erde war sahen sie schon aus fast viel heute.
00:03:01: Ja und ich finde das abgefahren ist sehr willig wenn man sich einmal versucht diese Zeiträume vorzustellen.
00:03:06: Der Tyrannosaurus ist ja sozusagen der jüngste Dino noch.
00:03:09: Den gab es vor Fünfundsechzig Millionen Jahren.
00:03:12: Den Fallschwanzgräbes gab es schon vor vierhundert Millionen Jahren, das ist irgendwie einfach eine unvorstellbare Zeitspanne die die Tiere überdauert haben bis heute.
00:03:22: Jetzt sind wir hier im Aquarium in Hellerbrunn beim großen Becken mit den Hain.
00:03:29: Also der Hai gehört zu den Knorpelfischen und wenn man sich die Wirbeltiere anschaut, da haben wir ja verschiedene Klassen.
00:03:36: Und alle allerersten Wirbeltieren entstanden sind also sozusagen unsere ältesten Urahnen.
00:03:43: das waren die Knorpelfische Ordovizium, das ist also ein Zeitalter.
00:03:49: Das vor vierhundertfünfzig Millionen Jahren begonnen hat sind die schon durch die Meere gezogen und waren so erfolgreich dass sie bis heute überdauert haben und Hunderte von Arten her vorgebracht haben.
00:04:01: der Bauplan vom Hai mit dieser Haut, die diese Zähnchen hat damit sie einfach so gut wie keinen Wasserwiderstand haben Die Flossenformen, die Kiemen, dass sie lebend gebären waren.
00:04:13: Das alles hat dem Prinzip dazu befähigt Topbeutegreifer im Meer zu sein und das eben für vierhundert Millionen Jahre.
00:04:21: Also da hat die Evolution sozusagen mehr oder weniger gesagt okay, das passt schon so.
00:04:27: Da brauche ich gar nicht viel Anpassung sondern da ist schon alles perfekt
00:04:31: Genau!
00:04:32: Und sogar wir Menschen schauen uns sehr Dinge von den Hain ab.
00:04:35: also wenn man in der Bionik tätig ist dann versucht man ja so physikalische Effekte von Tieren auf irgendwas Technisches zu übertragen.
00:04:43: Und da ist ja die High-Haut, so ein klassisches Beispiel.
00:04:46: Die ist nicht einfach nur glatt weil eigentlich würde man ja denken je glatter man ist das besser ist es wenn man so durchs Wasser gleitet sondern die hat ganz viele kleine verknöcherte Zähnchen.
00:04:56: also wenn man einen High berührt dann fühlt sich der richtig richtig rau an und diese Zähne machen eben wasserverwirbelungen beim Durchgleiten durchs Wasser.
00:05:05: Und diese Verwirbelungen, die reduzieren den Strömungswiderstand fast auf Null, sodass wenn sie durch das Wasser gleiten, dass sie ganz wenig Energie bloß verbrauchen und es hat kein anderer Fisch.
00:05:16: Also die anderen Fische, die wir hierher rumschwimmen sehen haben alle glatte Schuppen- und Schleimschicht was auch irgendwelche Vorteile für Sie bringt.
00:05:23: aber diese Perfektion beim Wasserwiderstand, die haben bisher nur die Heihe geschafft
00:05:28: Die ziehen ja immer Ihre Runden müssen ja immer in Bewegung sein, glaube ich.
00:05:34: Die haben eben Kiemen die nicht aktiv das Wasser durchpumpen sondern die machen nur das Maul auf dass das Wasser an ihren Kiehmen vorbeiströmt und sie so den Sauerstoff aufnehmen.
00:05:44: also nochmal ein Energiesparmechanismus.
00:05:47: Deswegen also immer unterwegs.
00:05:48: jetzt sehe ich die fast immer wenn ich hier bin im Uhrzeigersinnkreisen.
00:05:54: Hat es da einen Grund machen, oder ist das jetzt zufallen?
00:05:58: Die richten sich an der Strömung aus.
00:06:00: Die schwimmen immer leicht gegen die Strömungen, dass eben das Wasser durch ihre Kiemen durchströmt und je nachdem wie unsere Strömungspumpen hier gestellt sind sieht man sie entweder rechts Oder linksrum schwimmen.
00:06:12: Unsere Strömungspumpen folgen natürlich im Timer, deswegen kommst du immer zur gleichen Zeit zu uns und siehst du die gleiche Richtung.
00:06:20: Praktisch abends nachts ist es dann anders rum und dann schwimmen Sie eben in die andere Richtung?
00:06:25: Genau!
00:06:25: Manchmal ist die Strömungen sogar ganz aus wenn zum Beispiel den Taucher reingeht von uns um irgendwas zu richten und dann sieht man die Heie auch viel schneller schwimmen auf einmal.
00:06:34: Ah ok das ist ja auch spannend.
00:06:35: also sobald weniger Strömmung ist Schwimmen sie schneller.
00:06:38: Da
00:06:38: kann man sehen, dass die richtig Kraft haben und beschleunigen können.
00:06:42: Wer es vielleicht noch nicht weiß taucher geht rein um manchmal die Scheiben zu putzen und eben ein bisschen was im Becken zu richten.
00:06:47: so das war das erste lebende fossil was wir gesehen haben hier in hellerbrunn.
00:06:52: aber es gibt ja einige
00:06:53: genau.
00:06:53: wir können jetzt mal eine stufe auf der evolutionsleiter nach oben steigen und hundert millionen jahre nach vorne reisen.
00:07:00: mir santir Der Zoo-Podcast
00:07:01: aus Hellerbrunnen.
00:07:17: Mir sind hier der Zoo-podcast aus heller Brunnen, ja jetzt ist es wieder ein bisschen lauter mit den Wasserrohren und Pumpen aber dafür nehmen wir euch mal hinter die Kulissen des Tierparks mit.
00:07:31: ich bin mit Eric beim Lungenfisch angelangt.
00:07:34: wenn ich so ein lebende Fossilien denke dann denke immer an einen Buch zurück das ich in meiner Kindheit hatte.
00:07:40: Das war halt ein Dino-Buch, wie das viele kleine Buben so hatten.
00:07:43: Und da war auch eine tolle Zeichnung, wie die ersten Tiere des Wasser verlassen haben und dann an Land gekrochen sind.
00:07:51: Da war dann so'n Fisch, es sollte so'nen Quastenflosser sein, wie er sich so mühevoll aus dem Wasser an Land geschleppt hat.
00:07:59: Im Ende des letzten Jahrhunderts wurden ja tatsächlich dann Quastenflosers noch lebendig in der Tiefsee irgendwo vor Afrika entdeckt.
00:08:08: Hat das ein bisschen so einen Hype ausgelöst, was ein lebendes Fossil eigentlich ist.
00:08:12: Und hier in Hellerbrunn haben wir einen sehr nahen Verwandten dieser Urfische die sich aus dem Wasser zum Leben an Land weiterentwickelt haben und es ist der Lungenfisch.
00:08:24: So lang wie mein
00:08:25: Arm?
00:08:26: Ja da sieht's ein bisschen aus den Mischung aus einem Salamander und einem Aal.
00:08:31: An den Seiten erkennste auch die vier Flossen dir hat.
00:08:35: Das sind im Prinzip die Vorläufer von unseren vier Gliedmaßen, diese Vierflossen.
00:08:42: Also der Lungenfisch hat im Prinzip alles angelegt was man braucht um aus dem Wasser an Land zu laufen.
00:08:48: auf diesen vier Flossen kann er sich an Land schleppen.
00:08:52: Er hat Kehmen um unter Wasser zu atmen aber auch Lungen.
00:08:56: also der muss alle zehn, zwanzig Minuten an die Oberfläche kommen und in Tiefen Luft nehmen um zu Atmen.
00:09:03: Und der hat einen ganz nützlichen Trick, weil er kommt ja aus Afrika wo die Gewässer oft austrocknen über Sommer.
00:09:13: Der kann sich so ein Kokon bilden im Schlamm und im Boden ohne Wasser für ein halbes Jahr ohne Probleme überdauern und in der Zeit einfach Luft atmen.
00:09:24: Unglaublich!
00:09:25: Ist es denn jetzt komisch wenn ich sage Ohne den hätte uns Menschen irgendwie auch nicht so richtig gegeben?
00:09:31: Es klingt irgendwie komisch aber Es ist tatsächlich die Wahrheit.
00:09:35: Also wenn du dich jetzt mal hier im Raum so umschaust, wir haben ja ganz viele verschiedene Fische... Was würdest du denn denken was der nächste Verwandte zu diesem Lungenfisch hier ist?
00:09:46: Wir haben ja hier verschiedene Riffbarsche und Korallen.
00:09:51: Hier Bärblinge und Bundbarsche.
00:09:53: Hier noch Messerfische, das sind auch so.
00:09:57: Quasi so lebende Fossilien.
00:09:59: Was denkst du von allen Lebewesen, die sich hier im Raum befinden?
00:10:02: Was ist der nächste Verwandte zum Lungenfisch?
00:10:04: Eher irgendwie ein Arl oder sowas!
00:10:06: Das war so'n bisschen ne Fangfrage... Ich hab's schon befürchtet
00:10:09: aber ich war mal gerne jetzt okay.
00:10:11: Ich werd wohl nicht richtig liegen.
00:10:13: Wir beide sind den nächsten Verwandten von diesem Lungenfish.
00:10:16: Also der Lungen-Fisch is viel näher zu uns Menschen verwandt als zu allen anderen Fischen
00:10:22: Krass.
00:10:23: Und warum sind wir jetzt eigentlich hier?
00:10:24: Ist der gerade nicht draußen für die Besucherinnen und Besucher zu sehen.
00:10:28: Also, wir haben auch einen ganz tollen riesigen Lungenfisch, der deutlich über ein Meter groß ist im Urwaldhaus zu sehen – eine Leopard-Lungenfische.
00:10:35: Der hier ist nicht für die besucher zu sein, weil es ein ganz, ganz besonderes Exemplar ist!
00:10:40: Wir arbeiten ja eng zusammen mit der zoologischen Staatssammlung, die weltweit Forschung betreibt, und der Kerl hier das ist eine neu entdeckte Art.
00:10:51: in Kenia, in Ostafrika von einem Kollegen von mir, von dem Frank-Glarv entdeckt und der beschreibt ihn gerade wissenschaftlich zu welcher Art er gehört.
00:11:00: Zu Forschungszwecken sozusagen wird er hier hinten im Aquarium gehalten und dann ist aber dann irgendwann wird da draußen zu sehen sein auch?
00:11:09: Tatsächlich bauen wir gerade ein Aquarium hier unten bei uns wo man den hoffentlich in den nächsten Monaten dann auch schön beobachten kann.
00:11:19: Also wirklich ein besonderes Exemplar und uns so nahe, ja wirklich abgedrehte Sachen muss man schon sagen.
00:11:25: Dann ziehen wir weiter wo wir hoffentlich auch wieder ein bisschen besser zu verstehen sind.
00:11:28: aber den wollten wir euch unbedingt auch zeigen!
00:11:33: Du suchst eine neue berufliche Herausforderung?
00:11:36: Und du hast Lust auf einen Job im sinnstiftenden Umfeld von Artenschutz Nachhaltigkeit und
00:11:43: Umweltbildung?!
00:11:45: Hellerbrunn bietet des öfteren spannende Stellen an für ausgebildete Tierpfleger, Naturwissenschaftler, Handwerker, Mitarbeiter in der Verwaltung sowie Minijobs in den Kassen und beim Besucherservice.
00:11:58: Auch deine Berufsausbildung in der Tierpflege oder Gärtnerei kannst du im Tierpark Heller Brun machen!
00:12:04: Schau mal vorbei auf www.hellerbronn.de.
00:12:09: Es könnte sich lohnen.
00:12:17: Auf der Suche nach noch mehr lebenden Fossilien sind wir jetzt im Urwaldhaus gelandet und da sind welche, bei denen denkt man irgendwie schon sie sind so ein bisschen urzeitlicher sage ich mal.
00:12:30: Bei den Krokodilen.
00:12:32: Genau du hast ja vorhin alles schon angedeutet dass wir keine echten Dinosaurier hier bei uns haben.
00:12:38: aber das ist ja gar nicht mal ganz korrekt weil zu logisch.
00:12:42: systematisch haben wir dann doch zwei Tiergruppen, die den Dinosauriern relativ nah stehen.
00:12:48: Die Vögel?
00:12:49: Die
00:12:49: Vögelauch?
00:12:50: Genau zu denen kommen wir nachher noch.
00:12:52: und noch so relativ nah sind eben die Krokodile.
00:12:57: Wir waren ja gerade beim Lungenfisch.
00:12:59: der ist in einem Zeitalter das als Devon bezeichnet wird an Land gekrochen und hat sich dann zu den Uramphibien entwickelt.
00:13:08: Und die Amphibian haben sich dann wiederum weiter zu den Reptilien entwickelt.
00:13:12: Und in dieser Epoche, also vor ungefähr zweihundert Millionen Jahren da haben sich dann die ersten Vorfahren der Krokodile gebildet.
00:13:20: Das waren Raubtiere, die eher an Land unterwegs waren auf vier Füßen relativ flink waren und andere Reptilien erbeutet haben.
00:13:29: Und irgendwann als so die echten Dinosaurier das Land erobert haben sind die Krokodiele wieder zurück ins Wasser gegangen.
00:13:36: Also ein bisschen verdrängt worden?
00:13:38: Genau!
00:13:38: Die haben sich angepasst als Lauerjäger im Wasser.
00:13:43: Und ja, so während der Hochzeit der Dinosaurier also während der Kreidezeit zu vor hundert Millionen Jahren da hat sich das Krokodil wie wir es hier gerade vor uns sehen.
00:13:53: Also dieser Bauplan hat sich da gebildet und perfektioniert.
00:13:57: Es ist wirklich spannend an diesen lebenden fossilen Kammern ein bisschen einen Ritt durch die Evolutionsgeschichte machen und ja auch wirklich viel sehen wie sich eigentlich die Tierwelt verändert hat in den Millionen Jahren.
00:14:11: Im Fall der Kogodila hat sich die Tierwelt um sie herum massiv verändert, aber sie selbst sind einfach gleich geblieben weil es wunderbar funktionierte.
00:14:19: Das Kogoodil hat so ein paar wirklich total faszinierende Anpassungen an sein Leben als Lauerjäger im Wasser, die einfach funktionieren.
00:14:29: zum einen hat das eine Lunge, dass es bewegen kann.
00:14:33: also das hat zwei Muskeln, die an der Lunge ansetzen und damit können Sie die Lunge von nach vorne oder nach hinten schieben oder nach oben und auch unten.
00:14:41: Und das ist ein bisschen wie so einen Luftkissen, damit es im Wasser treiben kann.
00:14:46: also das kann die Lunge ausrichten und kann damit dann noch oben steigen oder nach unten sinken oder einfach schweben im Wasser und damit völlig ohne Energieeinsatz seiner Beute auflauern.
00:14:58: Du bist ja auch Kurator für Artenschutz.
00:15:01: Wir wissen alle, Artenschutz, Tierschutz ist wichtig.
00:15:03: Liegt uns am Herzen.
00:15:04: aber wenn wir jetzt darüber reden und sagen hey die sind seit Millionen von Jahren!
00:15:09: Wir reden vorhin mit vierhundert Millionen Jahre Jetzt zweihundert Milliarden Jahre Da ist es gleich da denkt man ja umso mehr ey.
00:15:15: Und jetzt machen wir irgendwas dass das auf einmal gefährdet wird.
00:15:18: Was irgendwie zweihundert Millionen jahre gut funktioniert hat und eben genau so war der hat sich nicht anpassen müssen.
00:15:26: Da merkt mal wirklich erstmal was wir dafür ein Problem doch irgendwie sind.
00:15:30: Das macht einen schon irgendwie traurig, wenn man sich überlegt.
00:15:33: Dieses Kogodil hat hier den Tyrannosaurus Rex überlebt, hat Kometen-Einschläge überleb, Massen aussterben, Klimawandel natürlichen Ursprungs gab es ja auch schon oft in der Erdgeschichte.
00:15:45: und jetzt kommen wir unbauende Dämme jagen die für Handtaschen usw.
00:15:52: Es ist schon dramatisch was für ein krasser Einfluss wir auf unseren Planeten haben dass selbst solche Tiere des Erdalterthums dann in Schwierigkeiten kommen.
00:16:00: Genau, wenn man wirklich diese Zeiten mal bedenkt wie lange das funktioniert.
00:16:04: Jetzt vielleicht einmal noch mal am Krokodil generell für die lebenden Fossilien.
00:16:09: Die brauchen ja wirklich was, was unglaublich gut ist.
00:16:11: Du hast gesagt bei den Heinen, ey sie waren super angepasst ans Wasser!
00:16:15: Was macht die so aus?
00:16:17: Also des Krokodi braucht jetzt schon eine gewisse Wärme als Reptil.
00:16:21: aber die Temperaturen in der Erdgeschichte sind ja immer so hin und her geschwankt.
00:16:25: also es gab auch schon oft in Europa Krokodile beispielsweise, also die auf der ganzen Welt kann man eigentlich Fossilien von Krokodylen finden.
00:16:34: Ich war jetzt gerade vor Kurzem in Holzmaden auf der schwäbischen Alp während den Osterferien und da haben wir auch Fossiliens rausgeklopft meine beiden Zöhne und ich und haben da auch einen Krokodielezahn gefunden auf der Schwäbische Alpe und er ist ja dann nicht irgendwie hingeflogen sondern einfach so.
00:16:51: vor Millionen von Jahren gab es bei uns diese Krokodile Und jetzt haben wir ja immer noch auf allen tropischen Kontinenten der Erde also angefangen von Florida über ganz Amerika, ganz Afrika Australien Asien bis hin in die Meere rein gibt es Kokodil.
00:17:08: Also es gibt ja das Salzwasser-Kokodil.
00:17:10: Das kann von Australien quasi durchs Meer nach Indonesien schwimmen ist auch schon nachgewiesen worden.
00:17:16: Die sind einfach super erfolgreich und können auch ganz breite Lebensräume besiedeln solange es da eben Wasser gibt und Wärme.
00:17:23: Aber Man muss auch, ich sag jetzt mal fast ein bisschen Glück haben bei der Evolution das da kein größeres Tier entsteht was einen irgendwie verdrängt.
00:17:32: Was einen entweder selber frisst oder irgendwie viel besser im Jagen ist oder so.
00:17:36: also wie kam das?
00:17:38: Ist es dann Zufall oder ist da auch irgendwie wieder ein System dahinter dass sich eben nicht gefressen wird verdrängt wird.
00:17:44: irgendwie so.
00:17:45: In der Evolution kommt es ja gar nicht immer darauf an, wer ist der Stärkere.
00:17:49: Sondern letztendlich nur einfach, wer er am besten angepasst an seine Umwelt und kann am Besten überleben!
00:17:55: Und da hat das ein Kogodil ein paar unschlagbarer Tricks.
00:17:58: Zum einen, es ist tatsächlich sehr schwer zu erlegen... Die Kogodyler haben ja diese Hautknochen auf ihrem ganzen Körper.
00:18:05: also die haben wie so ein Kettenhemd, die sind einfach sehr schwer zutöten.
00:18:10: Also ein Beutegreifer tut sich da schon nicht leicht, so ein Kokodil zu erleben.
00:18:14: Zum anderen, dadurch dass es im Wasser lebt sehr lange die Luft anhalten kann und alles irgendwie erlegen kann was teilweise bis zu der eigenen Körpergröße ist.
00:18:23: Es ist auch ein richtig erfolgreicher Jäger.
00:18:27: aber der richtige Trick ist wie genügsam die sind und wie wenig sie brauchen zum Überleben.
00:18:32: also man kennt das ja so ein bisschen aus diesem Dokumentationen so aus Ostafrika, wenn dann die Genuss und die Zebras über den Fluss schwimmen.
00:18:39: Und dann kommt das Nilkrokodil und packt sich dann so ein Zebra.
00:18:43: Das ist tatsächlich so dass diese Krokodile vielleicht zwei drei größere Beutetiere im Jahr erlegen und ansonsten vielleicht mal einen Fisch aber monatelang fasten können während der Löwe der vielleicht viel schneller in Zebra hinterher Rennen kann und eigentlich im direkten Kampf vielleicht auch so ein Kogodil überlegen wäre.
00:19:04: Der verhungert halt nach zwei Wochen, wenn er kein Wasser und keinen Futter hat.
00:19:09: Und das Kogoodil wartet einfach bis bessere Zeiten kommen und alle anderen Beutegreifersitten derzeit
00:19:14: verhungen.".
00:19:18: Mia Santir – der Zoo-Podcast aus Hellerbrunn.
00:19:29: Es gibt im Urwaldhaus noch mal lebende Fossilien!
00:19:33: Genau, also wenn wir jetzt die Evolutionsleiter nochmal eine Sprosse hoch klettern von den Reptilien.
00:19:39: Die haben sich ja aufgespalten und zum einen zu den Säugetieren und zum anderen zu den Vögeln entwickelt.
00:19:45: Wir Menschen denken immer die Säuguetiere sind eigentlich so an der Spitze der Evolution aber wenn man das wissenschaftlich betrachtet kommen die Vögel ganz oben und einer Stufe drunter sind wir Säugetiere und so einem werden uns mal hinbegeben.
00:19:58: Wir gehen zu den Rüsselhöhnchen richtig?
00:20:01: Genau!
00:20:02: Die sind nämlich mit bei den urtümlichsten aller Säugetiere dabei.
00:20:08: Ich finde es faszinierend ist, wenn man sich die anschaut.
00:20:10: Es ist total schwer irgendwo zuzuordnen.
00:20:14: Das hat auch der Wissenschaft lange Rätsel aufgegeben.
00:20:17: Wo gehören sie eigentlich hin?
00:20:19: Sind das jetzt irgendwie nage Tiere?
00:20:21: Sind es vielleicht so wie die Spitzmaus Insektenfresser oder wie der Igel?
00:20:25: Oder sind sie ganz was Eigenes?
00:20:26: Und letztendlich sind sie auch ganz was eigenes.
00:20:30: Ah, da sind sogar zwei jetzt zu sehen.
00:20:31: Ja, bräunlich-schwarz mit dieser typisch langen Nase die immer wieder in die Gegenschnüffel sage ich mal Die liebe Nase ist immer in Bewegung.
00:20:40: Ja genau damit können sie sich erstens orientieren.
00:20:43: Sie kriegen mit ob irgendwie ein Beutegreifen sich nähert und vor allem Können sie damit einfach rausfinden wo sich ihr Futter versteckt weil die brauchen sehr viel fressen die sind sehr aktiv Und haben einen hohen Stoffwechsel.
00:20:54: Jetzt nochmal wie lange Sind die denn jetzt schon so unverändert?
00:20:59: Also auch Millionen Jahre, Jahrtausende.
00:21:02: Nach dem Zeitalter der Dinosaurier, der Kreidezeit, die ging ja zu Ende durch diesen Meteoriten-Einschlag und das Zeitalte des dann beginnt, das nennt man das Eozenen.
00:21:13: Und es ist geprägt dadurch dass alle ökologischen Nischen, die die Dinos eingenommen haben plötzlich frei sind.
00:21:19: Die Säugetiere waren ja während der Dinosaurierzeit winzekleine, nachtaktive Insektenfresser.
00:21:25: Einfach weil sie so verdrängt wurden?
00:21:27: Ja genau!
00:21:28: Weil wenn die groß geworden wären dann werden sie halt einfach aufgepresst worden von den fiesen Dino's.
00:21:32: Also deswegen besser klein bleiben mit der Zeit.
00:21:35: Die hatten jetzt im Prinzip eine ganze leere Welt vor sich.
00:21:38: Und irgendwie durch den Meteoriten-Einschlag ist ja ganz viel CO² frei geworden und die Welt hat sich aufgeheizt, es war im Prinzip ein großer tropischer Regenwald mit ganz viel Platz für Säugetiere.
00:21:49: Da haben sie aus diesen kleinen Spitzmaus ähnlichen Lebewesen.
00:21:54: alles was wir heute so kennen hat sich dann entwickelt.
00:21:58: Ganz an der Basis von dieser Entwicklung stehen.
00:22:02: Afrotheria nennt man das.
00:22:04: Das sind die Säugetiere, die sich auf dem Kontinent Afrika so ein bisschen isoliert entwickelt haben und zu den Afroterier gehören, das finde ich eigentlich total spannend weil man die überhaupt gar nicht zusammenbringt.
00:22:17: Die Rüsselspringer also.
00:22:18: dazu gehören eben die Rüsselhündchen dann die Elefanten die Seekühe die Clipschliefer Und des Erdverkel.
00:22:27: Dann fehlt uns nur noch Irgendjemand von den Vögeln?
00:22:31: Genau, also sozusagen die oberste Stufe der Evolution.
00:22:35: Das sind die Vögel!
00:22:53: Eines der typischsten Geräusche in der Labrone und jeder weiß wo wir sind.
00:22:57: Genau, die begrüßen allen am Flamingo-Eingang schon ganz herzlich unsere Flamingos.
00:23:03: Zählen die jetzt auch noch zu den lebenden Fossilien?
00:23:07: Ich würde sagen ja zum einen finde ich immer ganz spannend, auch wenn es mittlerweile dann doch schon Allgemeines Wissen ist Die Dinosaurier sind nicht wirklich ausgestorben, so logisch gesehen sind Vögel Theropoden.
00:23:20: Also zwei beinige Dinosauria wie der Velociraptor und der Tyrannosaurus rex die auch Federn hatten und sind einfach nur weiterentwickelt.
00:23:29: also sie haben ihre Zähne verloren weil zähne gar nicht so gut sind wenn man auch ein Muskelmagen haben kann weil Zähnen werden nur krank oder fallen aus.
00:23:38: Der Muskel Magen ist universell einsetzbar.
00:23:41: Sie haben die Federn von der Wärmeisolierung weiterentwickelt und konnten sie zum Flug nähen.
00:23:46: Und was gibt es denn besseres als Fliegen?
00:23:49: Und haben's damit geschafft, einfach bis heute die artenreichste Wirbeltiergruppe zu werden.
00:23:55: Man könnte eigentlich auch sagen so von der Ausnutzung der Lebensräume da ihr bis in die Antarctis vorkommen wo sonst nix lebt noch nicht mal ein Insekt oder eine Spinne ist das vielleicht auch die erfolgreichste Tiergruppe die es gibt.
00:24:07: Also so der Flamingo als perfektionierter T-Rex habe ich jetzt auch noch nicht so richtig drüber nachgedacht, was ich zugeben.
00:24:13: Ja wenn man sich das so anschaut wir sehen ja jetzt nicht ganz so elegant und aus wie überlebenskünstler aber sind sie.
00:24:21: also wenn man es sich von der Schiene her anschaut was ein Flamingos alles aushalten kann finde ich es dann doch wieder erstaunlich.
00:24:28: Die leben ja nicht irgendwo, sondern die können ja in so Salzsäen mitten in diesen Sodasehen überleben.
00:24:35: da ist das Wasser eine ätzende Lauge mit einem pH Wert von über zehn wo sich bei uns die Haut auflösen würde.
00:24:43: Es gibt kein Quänchenschatten.
00:24:44: den ganzen Tag brennt von oben die Sonne und die müssen sich von irgendwelchen Salzkrebschen ernähren und können trotzdem überleben.
00:24:53: Die können auch das Salz aus dem Wasser rausfiltern von ihrem Stoffwechsel, die meisten Flamingos leben hier sogar noch im Hochland also in den Anden auf über fünf tausend Meter.
00:25:02: Die kann massive Kälte aushalten, Hitze, Salz, Sonneneinstrahlung, Futtermangel, Bedingungen unter denen könnten wir keinen Tag überleben.
00:25:11: Okay, also ich merke immer mehr.
00:25:13: es war am Anfang.
00:25:14: Ich habe schon einen perfekten Bauplan von der Evolution mitgekriegt.
00:25:17: aber hinten raus merkt man immer mehr Es geht schon auch um was auszuhalten was nicht so angenehmes um viel Genügsamkeit.
00:25:25: Überlebenskünstler sind nicht immer die stärksten sondern es sind die die meisten Nachkommen auf die Welt bringen und deren nachkommen am längsten überleben können.
00:25:34: Also vielen, vielen Dank für diesen wirklich wilden Ripp durch die Evolutionsgeschichte.
00:25:40: Man sieht wenn man auch im Tierpark hier durchschaut, man kann da einfach super viel erkennen vom Lungenfisch der unzu ähnlich ist übers Krokodil bis eben zu den Flamingos.
00:25:50: Das war's von mir ist dann hier für diesmal.
00:25:52: Vielen dank Erik!
00:25:53: Ja vielen Dank dir
00:25:55: Wer noch mehr hören will, wir haben ja so viele mir sein Tier folgen für euch im Angebot.
00:26:00: Ich empfehle euch heute aber mal eine ganz bestimmte.
00:26:03: Wir fiebern alle der Eröffnung der Dschungelwelt entgegen.
00:26:08: Ein bisschen dauert es noch und deswegen ein Hörtipp dazu!
00:26:12: Der Tierpark Hellerbrunnen unterstützt als einer der Kernpartner des Artenschutzprojekts Chikananga in Indonesien Eric Diener, den ihr ja gerade auch schon gehört habt.
00:26:22: Der war vor Ort bei diesem Naturschutzzentrum Chikananga und hat nach seiner Reise uns ausführlich im Podcast erzählt wie es dort aussieht, wie die Zusammenarbeit zwischen einem Zoo- und einem Artenschutzprojekt genau aussieht und abläuft!
00:26:38: Ich habe super viel gelernt was ich mir davor wirklich auch nicht oder irgendwie anders vorgestellt habe.
00:26:43: Also sehr empfehlenswert, da reinzuhören.
00:26:46: Folge hundert und dreißig Wartes von unserem Mir San Tier Podcast!
00:26:51: Am Mikrofon verabschiedet sich Mr.
00:26:52: Drautz.
00:26:53: toll dass ihr wieder dabei wart und zugehört habt und ich sage wie immer bis bald im Tierpark
00:27:06: Hellerbrunn.